Märkte / Aktien

SMI schliesst deutlich im Plus

Nach einem schwachen Start hat der Schweizer Leitindex am Donnerstag angeführt von den Pharmaschwergewichten und Finanzwerten aufgeholt.

(AWP/RB) Die Schweizer Börse hat am Donnerstag deutlich im Plus geschlossen. Nach einem schwachen Start hat der Leitindex SMI (SMI 11'647.17 +1.35%) die Verluste aufgeholt und Mitte Nachmittag positives Terrain erreicht. Im Tief war er bis auf 11’917 Zähler abgesackt. Im Minus schlossen hingegen die kleinen und mittleren Unternehmen des SPI (SXGE 14'941.43 +1.58%) Extra (ohne SMI-Werte).

Die US-Notenbank Fed hatte zuvor Investoren weltweit mit ihren jüngsten Aussagen verunsichert und am Donnerstag zunächst auch am Schweizer Aktienmarkt Kursverluste ausgelöst. Fed-Chef Jerome Powell hat nicht nur eine potenzielle Zinserhöhung für März in Aussicht gestellt. Auch die Verkürzung der Bilanz hat der oberste US-Währungshüter verkündet. Während dies zunächst ein «Sell the Rally» ausgelöst hatte, traten schon bald die «Buy the Dip»-Käufer wieder auf den Plan. «Die Volatilität dürfte weiterhin hoch bleiben», so ein Händler. Tatsächlich ist der Volatilitätsindex VSMI zwar mit knapp 5% im Minus, bewegt sich aber weiterhin auf einem erhöhten Niveau.

Die positive Wende des SMI wurde zu Beginn getragen von den Vertretern der Finanzbranche: Allen voran ziehen die Aktien der zuletzt arg gebeutelten CS an. Auch Versicherer wie Zurich, Swiss Re (SREN 80.36 +1.80%) und Swiss Life (SLHN 555.60 +0.51%) schlossen mit Gewinnen. Die Valoren der Grossbank UBS (UBSG 17.99 +1.35%) mussten hingegen Abgaben hinnehmen, Julius Bär (BAER 49.26 +3.23%) konnten sich lediglich halten. Im Prinzip profitieren Finanzwerte von der Aussicht auf steigende Zinsen.

Am Nachmittag stiessen auch die Pharmawerte Novartis (NOVN 87.12 -0.80%) und Roche zu den Gewinnern. Das dritte Schwergewicht, der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (NESN 116.58 +2.05%), avancierte hingegen nur minim.

Beflügelt wurden die Kurse am Nachmittag von aufgehellter Stimmung an der Wall Street. Angeführt von einer Kurserholung der Technologiewerte stiegen die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 zur Eröffnung um jeweils knapp 1,5%.

Ehemalige Darlings im Verkauf

Verkauft wurden erneut vor allem jene Titel, die im vergangenen Jahr besonders deutlich zugelegt haben. Dazu zählen Partners Group (PGHN 1'048.00 +3.40%), Richemont (CFR 103.85 +9.55%) oder Geberit (GEBN 531.20 +2.75%). Aber auch die Aktien des Stellenvermittlers Adecco (ADEN 37.15 +4.41%) büssten kräftig ein. Auf den Verkaufslisten waren weitere zyklische Titel sowie die Uhren- und Schmuckwerte Swatch zu finden.

Wie die jüngsten Exportdaten zeigen, hat sich die Schweizer Uhrenbranche im vergangenen Jahr aber gut vom Coronaschock erholt. So haben die Ausfuhren von Schweizer Zeitmessern im letzten Jahr das Vorkrisenniveau 2019 gar leicht übertroffen. Auch die Aktien des Warenprüfkonzerns SGS (SGSN 2'416.00 +0.54%), der am Morgen mit seinen Zahlen die Erwartungen in etwa erfüllt hat, gaben nach.

Im breiten Markt waren Bucher (BUCN 342.60 +2.39%) nach Zahlen ebenfalls bei den Verlierern zu finden. Der Milchverarbeiter Emmi (EMMN 894.00 +0.34%) litt unter einer Abstufung. Gefragt waren mit der Bank Linth (LINN 600.00 +0.00%) und Bellevue (BBN 36.00 +3.45%) ebenfalls Finanzwerte. Die Liechtensteinische Landesbank (LLB (LLBN 51.30 +0.20%)) will ihre 75%-Tochter Bank Linth LLB vollständig übernehmen und bietet entweder 600 Franken in bar oder 323 Franken in bar plus LLB-Aktien.

Euro fällt nach Fed-Entscheid

Der Euro hat am Donnerstag gegenüber dem Dollar weiter nachgegeben. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1155 $ und damit so wenig wie zuletzt vor etwa zwei Monaten.

Auch zum Franken zog der Dollar merklich an – er befindet sich seit der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed vom Mittwochabend auf breiter Front im Aufwind. Zum Franken notiert er wieder bei über 0,93. Der Euro kostet knapp weniger als 1,04 Fr., nachdem er am Vorabend kurzzeitig noch über diese Marke geklettert war.

Gold fällt

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag zunächst etwas von ihren am Vortag markierten mehrjährigen Höchstständen entfernt. Später setzte eine Gegenbewegung ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete rund 90 $, minim mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WBS 114.32 +3.20%)) legte ebenfalls leicht auf 87,56 $ zu.

Gold stand angesichts des aufkeimenden Risikoappetits klar auf der Verliererseite. Der Preis für eine Unze des Edelmetalls fiel um 2% auf 1794 $.