Märkte / Aktien

Schweizer Börse schliesst im Plus

Der Swiss Market Index hat nach einem schwachen Wochenausklang am Montag Boden gut gemacht.

(AWP/SK) Die Schweizer Börse hat den ersten Handelstag der Woche mit leichten Gewinnen beendet. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11'238.52 +0.28%) stieg bis am Nachmittag stetig, bevor er gegen Abend hin Terrain einbüsste und fast auf dem Tagestiefpunkt aus dem Handel ging. Im gleichen Masse aufwärts ging es für den marktbreiten SPI (SXGE 14'329.31 +0.53%).

«Die Optimisten haben an den Börsen wieder das Zepter übernommen», meint die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar zur aktuellen Lage. Genährt werde die Zuversicht von den – trotz der US-Arbeitsmarktdaten – insgesamt ansprechenden Konjunkturdaten einerseits und andererseits von den teil überraschend guten Gewinnausweisen der Unternehmen. Die Corona-Pandemie laste zwar weiterhin schwer auf der globalen Konjunktur, die negativen Auswirkungen seien allerdings deutlich kleiner als befürchtet und auch weniger dramatisch als noch beim ersten Lockdown. Die Bank sieht insgesamt weiteres Aufwärtspotential für Aktien, mahnt aber auch gleichzeitig vor der bereits hohen Bewertung und geht deshalb von einer immer wieder steigenden Volatilität aus.

Aufwärts ging es am Montag auch in den USA. Der Dow Jones (Dow Jones 33'800.60 +0.89%) Industrial stand gegen 17.30 Uhr 0,4% im Plus, der S&P 500 (S&P 500 4'119.50 +0.75%) legte 0,25% zu. Für Aufsehen gesorgt hat am Montag Tesla-Chef Elon Musk, der verkündete, der Automobilbauer habe 1,5 Mrd. $ in Bitcoin (Bitcoin 58'145.00 +0.25%) investiert. Der Kurs der Kryptowährung schoss daraufhin 18,5% in die Höhe.

ABB nach CEO-Aussagen im Plus

Im Fokus der Schweizer Aktienanleger stand am Montag ABB (ABBN 29.53 +1.23%). Die Aktien des Technologiekonzerns profitieren von Aussagen ihres CEO Björn Rosengren vom Wochenende. Rosengren sagte gegenüber der «Sonntagszeitung», die Pläne des neuen US-Präsidenten Joe Biden, in die Infrastruktur des Landes Milliarden zu investieren, würden ABB ein riesiges Potenzial verschaffen. Nachdem die Aktien am frühen Nachmittag die Tabelle der 20 SMI-Titel noch angeführt hatten, kamen sie gegen Abend verstärkt unter Druck. Mit starken Avancen fielen am Nachmittag auch die Valoren von Bauzulieferer Sika (SIKA 275.50 +0.66%), Riechstoffhersteller Givaudan (GIVN 3'803.00 +1.74%) und die von Pharmazulieferer Lonza (LONN 548.40 +1.9%) auf. Anders als ABB konnten sie ihr höheres Niveau aber halten.

Das Rennen um die besten Aktien machten am Ende zwei Zykliker: Uhrenhersteller Richemont (CFR 93.22 -0.09%) und die Grossbank UBS (UBSG 14.94 +0.3%) legten am stärksten zu.

Trotz leicht positiver Nachrichten nicht mit dem Markt mithalten konnten Roche (ROG 309.65 +0.81%). Die Valoren lagen im frühen Handel noch weit vorne, gerieten dann aber zunehmend unter Druck. Der Pharmakonzern hatte am Montag mitgeteilt, dass sein Krebs-Diagnosetest von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA den Status «Breakthrough Device» erhalten habe. Den Status «Therapiedurchbruch» hat das FDA auch einem Produktkandidaten von Novartis (NOVN 80.90 +0.31%) zur Behandlung einer bestimmten Form von Leukämie erteilt. In der Gunst der Anleger lagen die Aktien von Novartis verglichen mit Roche leicht höher.

Den Index nach unten zogen Nestlé (NESN 108.80 +0.5%). Die Aktien des Nahrungsmittelmultis wurden auf der Verliererseite nur noch von Swisscom (SCMN 485.00 -0.37%) übertroffen.

Aluflexpack und Relief Therapeutics gesucht

Gut gesucht waren dafür die Papiere des Dentalunternehmens Straumann (STMN 1'246.00 +1.55%), welche von einer Aufstufung durch die Deutsche Bank (DBK 10.34 -0.02%) auf «Buy» von «Hold» getragen werden. Die Nachfrage im Dentalmarkt scheine sich rasch von den Tiefstständen während der Pandemie zu erholen, hiess es dazu. Ebenfalls kräftig gekauft wurden die Titel von AMS (AMS 18.76 -2.32%). Der Chiphersteller wurde von Übernahmefantasien gestützt, nachdem der japanische Konzern Renesas Electronics eine Offerte für die deutsche Dialog Semiconductor (DLG 64.50 -0.09%) in Aussicht gestellt hat. AMS rapportiert am Dienstag Zahlen für das vierte Quartal. Dank starker Geschäfte mit Grosskunde Apple (AAPL 133.00 +2.02%) dürfte es im Weihnachtsquartal rund gelaufen sein.

Im breiten Markt kräftig nach oben ging es für Relief Therapeutics (RLF 0.28 -0.36%). Das Biotech-Unternehmen gab am Montag bekannt, mit einer klinischen Phase-2/3-Studie die Wirksamkeit von inhaliertem RLF bei schwerer Covid-19-Erkrankung zu untersuchen. Und auch Aluflexpack (AFP 34.10 +4.6%) waren rege gesucht. Vor dem Wochenende haben die Aktien des Verpackungsspezialisten beflügelt von einem starken Zahlenset bereits über 9% angezogen. Zu den Tagesgewinnern zählten auch die Aktien des Mischkonzerns Conzzeta (CON 1'214.00 +1.17%).

Ölpreis setzt Höhenflug fort

Der Ölpreis hat am Montag seinen Höhenflug fortgesetzt. Die Aussicht auf eine steigende Nachfrage und ein derzeit begrenztes Angebot sorgten am Markt für Auftrieb. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 62.98 -0.41%) kostete zuletzt 60.23 $. Das waren 88 Cent mehr als am Freitag. Der Brent-Preis stieg damit erstmals seit einem Jahr über 60 $.

Ausschlaggebend war die Hoffnung, dass die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wie Benzin stärker anzieht. Sollte die Corona-Pandemie durch Impfungen zunehmend zurückgedrängt werden, könnten Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben werden. Dies würde der Wirtschaft zugute kommen und die Ölnachfrage steigen lassen. Hinzu kommt das in den USA geplante Konjunkturpaket von 1,9 Bio. $, das auch die Nachfrage ankurbeln dürfte.

Der Euro hat am Montag leicht zugelegt und sich über 1.20 $ stabilisiert. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1.2055 $ und damit etwas mehr als am Morgen. Gegenüber dem Franken notierte der Euro mit 1.0836 ebenfalls etwas höher als noch am Morgen. Ein Dollar kostete derweil kaum verändert 0.8986 Fr.

Deutlich stärker nachgefragt waren am Montag die Edelmetalle Gold (Gold 1'743.91 -0.72%) und Silber (Silber 25.28 -0.79%). Der Preis für Gold verteuerte sich bis um 17.30 Uhr 1,3%, die Feinunze kostete 1838 $. Der Silberpreis stieg gar 2,2% auf 27.46 $.