Märkte / Aktien

Wallstreet lastet auf dem SMI

Die Schweizer Börse beendet den Handel massiv im Minus. Nur Swiss Re ziehen an. ABB sacken ab. Auch Banktitel büssen kräftig ein.

Klares Minus am Ende nach einem ruhigen Beginn: Die Schweizer Börse ist stabil in den Handel gestartet. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8759.08 -0.14%) eröffnete 0,1% tiefer und pendelte im frühen Handel um den gestrigen Schlusskurs. Seit dem Mittag rutschte er allerdings deutlicher ins Minus. Er schloss auf dem Tagestief von –2,4%. Gestern hatte sich der Leitindex von dem weltweiten Ausverkauf erholt und war 1,6% gestiegen.

Auch Wallstreet eröffnete schwächer. Der Dow Jones (Dow Jones 24753.09 -0.24%) fiel bei Börsenschluss in Europa 1,8%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2721.33 -0.24%) notierte 1,5% schwächer. Der Index der Technologiebörse Nasdaq 100 (Nasdaq 100 6960.9188 0.16%) büsste 1,7% ein. «Die Unsicherheit bei Investoren ist nach wie vor gross und es besteht die Gefahr weiterer Rücksetzer», sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Brokerhaus Oanda gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Schweizer Versicherer im Plus

Im Schweizer Leitindex schlossen fast alle Valoren mit Abgaben. Einzig die Versicherer stemmten sich gegen den Trend. Im Fokus der Anleger standen die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (SREN 90.64 -0.13%). Die Papiere stiegen bei Eröffnung 6,3%. Der japanische Konzern Softbank verhandelt über einen Einstieg bei dem Rückversicherungskonzern.

Zurich Insurance (ZURN 305.8 -0.26%) legten in der Spitze 3,7% zu, konnten aber den Gewinn nicht bis Börsenschluss halten. Trotz deutlicher Belastungen wegen der Hurrikansaison lagen die Zahlen über den Erwartungen der Analysten.

ABB (ABBN 23.36 -0.6%) gaben bei Eröffnung 1,3% ab und sackten im weiteren Handelsverlauf ab. Der Industriekonzern legte schwache Wachstumszahlen für das Gesamtjahr 2017 vor, die von einem leichten Umsatz- und Auftragsminus geprägt waren.

Auch Lonza (LONN 269.1 0.56%) gaben ab und entfernten sich zusehends vom Allzeithoch bei 275 Fr. Sehr deutlich waren auch die Verluste bei den Bankaktien um Credit Suisse (CSGN 16.15 -0.4%), UBS (UBSG 15.765 -0.35%) und Julius Bär (BAER 60.8 0.76%).

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 486.1 -0.39%) und Richemont (CFR 92.62 0.09%) drehten zwischenzeitlich ins Plus, konnten die leichten Avancen aber nicht halten. Die Verluste kamen durch die negativen Impulse aus den USA.

Auch die schwergewichtigen Titel belasteten den Index. Die Valoren der Pharmaunternehmen Roche (ROG 217.6 -0.64%) und Novartis (NOVN 75.56 -0.13%) gaben ab. Auch die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (NESN 76.2 0.18%) schlossen tiefer.

AMS erneut im Plus

Die mittelgrossen Werte im SMIM (SMIM 2625.627 0.49%) gaben klar ab. Nennenswerte Gewinner waren einzig AMS (AMS 90.62 -1.37%). Vontobel (VONN 68.25 1.41%) erhöhte das Kursziel für die Aktien des österreichischen Chipspezialisten von 115 auf 137 Fr. und beliess die Einstufung auf «Buy».

Derweil verloren die Titel des Banksoftwarehauses Temenos (TEMN 147.6 1.17%). Auch ein weiterer Tech-Wert – Logitech (LOGN 40.44 0.75%) – büsste ein.

Leonteq (LEON 56.7 -0.87%) gaben zwischenzeitlich deutlich ab, reduzierten aber die Verluste. Der Derivatspezialist verdiente 2017 deutlich mehr als erwartet, zahlt jedoch erneut keine Dividende. Auch Swissquote (SQN 62.5 2.8%) verloren.

Deutlich war das Plus auch bei Emmi (EMMN 856 2.39%). Der Milchverarbeiter übertraf mit seinen Zahlen die Erwartungen der Analysten.

Zur Rose (ROSE 124.4 -0.64%) büssten erneut deutlich ein. Gestern waren sie massiv unter Druck geraten. Im Koalitionsvertrag der möglichen deutschen Regierung steht, dass der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten verboten werden soll.

KTM Industries (KTMI 70.4 0.57%) verloren klar. Das Bookbuiling für rund 15,9 Mio CEO-Pierer- und 2,1 Mio anderen Aktien wurde am Nachmittag von der Bank Vontobel durchgeführt, wie es in einer Mitteilung der Bank hiess, auf die sich die Nachrichtenagentur AWP berief. Das entspricht zusammen rund 8% der KTM-Anteile. Die Preisspanne lag bei 6,80 Fr. bis 7 Fr.

Zudem gaben VAT Group (VACN 142 1.07%), OC Oerlikon (OERL 16.3 0.49%) und Clariant (CLN 24.01 0.17%) deutlich ab.

Asiens Märkte erholten sich

An den asiatischen Märkten suchten Investoren nach Werten, die in den vergangenen Tagen unter die Räder gekommen waren – blieben dabei aber vorsichtig. Der Nikkei 225 gewann 1,1%. Auch der Topix legte zu (+0,9%). Der Hang Seng in Hongkong verbesserte sich 0,5%. Der Shanghai Composite notierte mit einem Minus von 1,4%.

Euro unter 1.15 Fr.

Der Euro verlor zum Franken und lag bei Börsenschluss in Europa bei 1.1485 Fr. Zum Dollar notierte die europäische Einheitswährung stabil bei 1.2246 $. Der Greenback notierte schwächer zur Schweizer Währung – um die Marke von 0.94 Fr. Der Kurs um 17:30 Uhr MEZ lautete: 0.9379 Fr.

Ölpreis fiel unter 65 $

Der Goldpreis notierte leichter. Die Feinunze des Edelmetalls kostete 1311 $. Der Ölpreis fiel erneut klar. Das Barrel (159 Liter) der Sorte Brent lag bei Börsenschluss in Europa unter 65 $.

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