Märkte / Aktien

SMI geht unter 8700 ins Wochenende

Die Schweizer Börse folgt den Schwankungen der US-Märkte und beendet die Handelswoche mit einem satten Minus.

6,6% im Minus: Auf Wochensicht hat der Swiss Market Index SMI (SMI 9003.91 0.07%) markant verloren. Dabei konnte er sich heute Freitag bei Eröffnung den sehr schwachen Vorgaben aus den USA und Asien zunächst entziehen. Der Leitindex stieg bei Handelsbeginn 0,4%, gab aber im frühen Handel die Avancen her und pendelte lange unentschlossen um seinen Schlusskurs vom Donnerstag. Gegen die Mittagszeit rutschte er jedoch ab auf zwischenzeitlich 8665 Punkte (Tagestief: –1,1%). Nach einem kurzen Aufbäumen – angefacht von der frühen Erholung an den US-Märkten – büssten die Kurse wieder ein. Am Donnerstag war der SMI mit einem Minus von 2,4% aus dem Handel gegangen.

An Wallstreet erholten sich die Kurse bei Handelsbeginn, nur um dann wieder nachzugeben. Der Dow Jones (Dow Jones 25669.32 0.43%) eröffnete 0,8% fester, baute seinen Gewinn direkt aus und drehte rasch ins Minus. Der Handel an Wallstreet war durch starke Schwankungen gekennzeichnet. Mit dem massiven Kursrückgang am Donnerstag befindet sich der Standardindex gar im Korrekturmodus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2850.13 0.33%) notierte nach positivem Start bei Börsenschluss in Europa noch knapp im Plus, und auch der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite gab einen Grossteil seiner Gewinne her.

Rot bei neunzehn SMI-Werten

Im Schweizer Leitindex konnten lediglich Swiss Re (SREN 86.72 -0.89%) leicht avancieren. Alle anderen neunzehn Titel büssten ein. Nestlé (NESN 81.48 0.27%) konnten die Gewinne nicht halten. Das Kosmetikunternehmen L’Oréal, an dem Nestlé einen signifikanten Anteil in Höhe von 23% hält, zeigte sich bereit, eigene Aktien zu kaufen. Nach einem überraschend starken Umsatzwachstum im vergangenen Jahr hatten sich Anleger mit Aktien von L’Oréal eingedeckt, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Aktien des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (GIVN 2297 0.22%) drehten zwischenzeitlich ins Plus, verloren letztlich aber leicht. Zurich Insurance (ZURN 295.5 -0.4%) legten bei Eröffnung am stärksten zu (+1,5%), gaben dann aber die Avancen her. Auch die Pharmaschwergewichte Roche (ROG 239.95 0.31%) und Novartis (NOVN 82.48 0.93%) schlossen nach positivem Start im Minus.

Lonza (LONN 310.5 -0.32%) büssten erneut ein. Erst vergangene Woche am Dienstag hatten sie bei 275 Fr. ihr Allzeithoch markiert. Auch ABB (ABBN 22.37 0.58%) gaben ab. Die Aktien des Industriekonzerns waren Donnerstag eingebrochen nach der Präsentation der Zahlen für 2017.

Die Valoren der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 424.1 -0.4%) und Richemont (CFR 84.2 -0.47%) verloren ebenfalls. Zudem gaben die Banktitel um UBS (UBSG 15.34 -0.78%), Credit Suisse (CSGN 14.71 -1.04%) und Julius Bär (BAER 53.36 -0.63%) ab.

Ems-Chemie profitierten

Die mittelgrossen Werte im SMIM (SMIM 2632.447 -0.16%) gaben mehrheitlich ab, der Index fand im frühen Handel zwischenzeitlich den Weg in den grünen Bereich. Wie der SMI schloss auch er letztlich klar tiefer.

Ems-Chemie (EMSN 596.5 -0.5%) konnten sich dank starker Wachstumszahlen für das vergangene Geschäftsjahr behaupten.

Derweil gaben AMS (AMS 66.28 -2.07%) deutlich ab. Die Titel des österreichischen Chipherstellers hatten auch während der turbulenten Phase der letzten Tage klar zugelegt.

Dätwyler (DAE 166 -2.92%) reagierten kaum. Credit Suisse erhöhte das Kursziel auf 220 Fr. (zuvor 210 Fr.). Die Einstufung lautet «Outperform».

Aryzta (ARYN 9.4 -0.63%) verloren erneut. Vontobel (VONN 68.65 -0.22%) senkte das Kursziel für die Aktien des Backwarenherstellers von 24 auf 20 Fr. Die Einstufung lautet weiterhin «Reduce».

Leonteq (LEON 52.45 -0.47%) legten zu. Gestern waren die Papiere des Derivatspezialisten im Zuge der Geschäftszahlenpräsentation Achterbahn gefahren.

KTM Industries (KTMI 76.8 -0.26%) avancierten. Der angekündigte Verkauf eines Teils der von der Pierer Beteiligungs AG gehaltenen Anteile an der österreichischen Fahrzeuggruppe wurde abgeschlossen. 15,9 Mio. KTM-Aktien waren gestern zu einem Preis von 6.78 Fr. platziert worden.

Asien mit klaren Abgaben

Die asiatischen Börsen reagierten auf die negativen US-Vorgaben in gewohnter Manier, und zwar diesmal vor allem in Hongkong und China ausgeprägter als am Dienstag: Der Hang Seng verlor rund 3%, Chinas Leitindex CSI 300 gab 4% ab.

In Japan fielen der Nikkei 225 und der Topix um 2,3 bzw. 1,9%. Südkoreas Kospi tendierte 1,8% schwächer. Der australische S&P/ASX 200 stand knapp 0,9% im Minus. Auch der MSCI AC Asia Pacific sackte 1,9% ab.

Euro bei 1.15 Fr.

Der Euro lag bei Handelsschluss in Europa zum Franken bei 1.1485 Fr. Zum Dollar notierte die europäische Einheitswährung etwas leichter bei 1.2239 $. Der Greenback handelte zur Schweizer Währung deutlich fester bei 0.9405 Fr.

Ölpreis unter 64 $

Der Ölpreis rutschte erneut ab. Das Barrel (159 Liter) der Sorte Brent (Brent 71.684 0.68%) kostete nur etwas mehr als 63 $. Damit ist der gesamte Zuwachs des Jahres ausradiert – seit Anfang Januar resultiert sogar ein Minus von 5%. Gold (Gold 1186.75 1.06%) notierte leichter. Die Feinunze des Edelmetalls lag um 17.30 Uhr MEZ bei 1315 $.

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