Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 8900

Die Schweizer Börse gibt klar nach. Nur Verlierer sind im Leitindex zu finden. VAT Group und Tamedia legen kräftig zu. Wallstreet dreht ins Minus.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat den Handel nach einem stabilen Beginn deutlich schwächer beendet. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8551.02 -2.17%) eröffnete 0,1% tiefer und gab die im frühen Handel eingefahrenen Gewinne her. Am Nachmittag handelte der SMI deutlicher in der Verlustzone und schloss unter der Marke von 8900 Punkten. Gestern war der Leitindex 0,4% gestiegen.

Im Zuge der US-Inflationsdaten griffen Anleger bei Börseneröffnung an Wallstreet wieder zu Aktien. Der überraschende Rauswurf des Aussenministers Rex Tillerson durch Präsident Donald Trump trübte jedoch die Kauflaune. Der Technologie-Index Nasdaq Composite stieg zur Eröffnung 0,3% auf ein neues Rekordhoch, drehte dann allerdings in Minus. Der Dow Jones (Dow Jones 24240.12 -0.61%) für die Standardwerte büsste ein, nachdem er den Handel freundlich begonnen hatte. Auch der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2621.11 -0.45%) verlor von seinem Tageshöchst und verzeichnete bei Börsenschluss in Europa Abgaben von 0,5%.

Kaum Gewinner in der Schweiz

Im SMI blieben nach stabilem Anfangshandel keine Gewinner mehr übrig. Die Aktien von Geberit (GEBN 373 -1.3%) drehten ins Minus. Der Sanitärtechnikkonzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr trotz der anhaltend guten Baukonjunktur in weiten Teilen Europas weniger verdient. Einmalkosten wegen der Sanitec-Integration sowie höhere Rohmaterial- und Personalkosten hatten den Gewinn gedrückt.

Am deutlichsten waren die Abgaben bei Lonza (LONN 299.3 -2.7%). Der Börsen-Highflyer der vergangenen Jahre hatte sich 2018 deutlich schlechter als der Markt entwickelt und mehr als 10% an Wert verloren. Auch LafargeHolcim (LHN 40.78 -3.27%) büssten ein. Klar waren zudem die Verluste bei Credit Suisse (CSGN 10.815 -2.52%), UBS (UBSG 12.165 -3.14%) und Julius Bär (BAER 35.56 -4.15%).

Vergleichsweise gut schlugen sich die Anteile des Luxusgüterproduzenten Richemont (CFR 62.12 -2.97%). Richemont steht gemäss Angaben des italienischen Aktentaschenproduzenten Piquadro in exklusiven Verhandlungen über einen Verkauf des Lederwaren-Herstellers Lancel an die italienische Firma.

Die Aktien von Rivale Swatch Group (UHR 281.4 -3.33%) sanken. Der Uhrenhersteller hält am Mittwoch die Bilanzpressekonferenz ab.

Galenica mit Avancen

Auch bei den mittelgrossen Werten ist die Tendenz klar schwächer.

Galenica (GALE 44.96 -1.27%) verzeichneten Avancen. Der Gesundheitsdienstleister hatte im vergangenen Jahr sowohl den Umsatz als auch die Gewinnzahlen gesteigert.

Rieter (RIEN 123.2 -4.94%) schlossen im Minus. Der Textilmaschinenhersteller verbuchte 2017 unter anderem wegen Restrukturierungskosten einen deutlich geringeren Gewinn.

Die Aktien von Tamedia (TAMN 101 0%) (Herausgeberin von «Finanz und Wirtschaft») stiegen klar. Dank Sondereffekten hatte der Medienkonzern einen deutlich gesteigerten Gewinn eingefahren.

Deutlich waren auch die Gewinne von VAT Group (VACN 92.9 -1.95%). Auch Inficon (IFCN 487.6 -1.46%) legten zu. Das Unternehmen hatte den Jahresgewinn deutlich gesteigert und die Dividende stärker als erwartet erhöht.

Auf der Verliererseite waren Huber+Suhner (HUBN 65.2 -2.54%) zu finden. Der Verbindungstechnikspezialist hatte einen Gewinnrückgang ausgewiesen und die Dividende reduziert.

Von Roll (ROL 1.2 4.35%) konnte 2017 auf Stufe Ebit einen Gewinn ausweisen. Unter dem Strich resultierte jedoch immer noch ein Miuns. Die Aktien büssten stark ein.

Aryzta (ARYN 1.249 4.48%) gaben erneut nach.

Uneinheitliches Asien

An den asiatischen Börsen war das Bild gemischt. Die Märkte in Japan gewannen. So notierte der Leitindex in Tokio, der Nikkei 225 (Nikkei 225 21219.5 -2.12%), 0,7% im Plus. Auch der breiter gefasste Topix legte zu (+0,7%). Der Hang Seng (Hang Seng 25752.38 -1.19%) in Hongkong verlor 0,4%, und der chinesische Shanghai Composite Index tendierte 0,5% schwächer.

Euro weiterhin nahe bei 1.17 Fr.

Die europäische Gemeinschaftswährung handelte bei Börsenschluss in Europa stärker zum Dollar bei 1.2398 $. Zum Franken zeigte sich der Euro mit 1.1700 Fr. unverändert. Der Dollar notierte zur Schweizer Währung leichter bei 0.9438 Fr.

Öl fester

Gold handelte etwas fester. Die Feinunze des Edelmetalls lag um 17:30 Uhr MEZ bei 1326 $. Der Ölpreis notierte leichter. Das Barrel (159 Liter) der Sorte Brent (Brent 60.74 -1.98%) kostete knapp 65 $.

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