Märkte / Aktien

SMI beendet den Freitag mit Abgaben

Trotz solider Vorwärtbewegung von 4,3% im Wochenverlauf verfehlt der Schweizer Leitindex am Freitagabend die 9000-Punkte-Marke.

(AWP)  Der Schweizer Aktienmarkt verharrte am Freitagnachmittag im Minus. Nach der Erholung der vergangenen drei Handelstage ist der Leitindex SMI (SMI 9514.6 0.55%) bereits mit Verlusten in den Handelstag gestartet und hat diese im Verlauf noch weiter ausgebaut. Einige Anleger wollten die jüngsten Kursgewinne nun wohl vor dem Wochenende noch realisieren, hiess es am Markt.

Das Ende der Krise sei noch immer weit weg, mahnt derweil ein Marktanalytiker: Die weltweit geschnürten Hilfspakete dämpften den Absturz zwar, verhindern könnten sie ihn aber nicht. Eine nachhaltige Erholung der Aktienkurse hänge schlussendlich vom Erfolg bei der weltweiten Eindämmung des Virus ab.

Auch Charttechniker betonen, dass es in den kommenden Wochen weiter volatil am Aktienmarkt zugehen dürfte. So bewegt sich der SMI seit einiger Zeit bereits in einer Spanne von 8’400 bis 9’200 Punkten auf und ab. Die Frage ist nun, ob es ihm gelingt, nach oben auszubrechen und sich dort zu behaupten.

Finanztitel geben nach 

Einmal mehr waren die Grossbanken Credit Suisse (Credit Suisse 8.322 3.35%) und UBS (UBSG 9.494 2.82%) unter den grössten Verlierern zu finden. Trotz aller Hilfsmassnahmen von Regierung und Notenbank bleiben die Sorgen bestehen, dass gerade Banken besonders stark unter der aktuellen Situation leiden.

Deutlich abwärts ging es auch für die Aktien von Sonova (SOON 170.85 4.27%). Obwohl der Hersteller von Hörsystemen am Vortag noch trotz gesenkter Prognosen deutliche Avancen gesehen hat, ging es nun mit der generellen Zurückhaltung abwärts.

Die Prognose ganz aufgegeben hatte der Baustoffkonzern LafargeHolcim (LHN 37.31 2.58%) – und flog damit aus den Depots. Die im Februar gegebene Guidance sei aufgrund der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie zunehmend unrealistisch geworden, erklärte der Konzern. Analysten zeigten sich in ihren ersten Reaktionen allerdings kaum überrascht von dem Schritt  (lesen Sie hier mehr).

Zu Abgaben führten beim Warenprüfkonzern SGS (SGSN 2248 0.9%) und Kühne + Nagel (KNIN 142.25 2.74%) die jüngsten Analystenkommentare. In beiden Fällen betonten die Experten die unsicheren Aussichten, die nicht zuletzt angesichts der unterbrochenen Lieferketten für die Gewinnentwicklung der verschiedenen Branchen entstehen.

Die überschaubare Gewinnerliste wude von den ohnehin volatilen Valoren von AMS (AMS 8.776 5.1%) angeführt. Mit Vifor und Lonza (LONN 404.8 1.05%) griffen Investoren noch bei zwei weniger konjunktursensiblen Titeln zu. Lonza sind aktuell der einzige Blue Chip, bei dem seit Jahresbeginn ein Kursplus zu Buche steht.

Im breiten Markt machten sich ebenfalls verschiedene Analystenkommentare bemerkbar. So hatte Berenberg in verschiedenen Branchenstudien die Kursziele etwa für einige Industrieunternehmen wie SFS (SFSN 76.7 6.82%) Group oder Bucher (BUCN 267.4 2.69%), aber auch den Telekomkonzern Sunrise (SRCG 78.35 1.69%) gesenkt.

 

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