Märkte / Aktien

SMI schliesst auf über 10’300 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart seine jüngsten Avancen untermauert. 19 von 20 SMI-Titeln schliessen im Plus.

(AWP/Reuters/SK) Auf und ab an der Schweizer Börse. Nachdem der Schweizer Leitindex SMI (SMI 10'457.16 -0.18%) nach einem positiven Start in den Tag im Verlauf des Morgens sämtliche Gewinne wieder einbüsste, kehrte am Nachmittag wieder Optimismus ein, bevor der Index 0,7% im Plus schloss. Damit setzte sich die gute Stimmung von vergangener Woche fort. Gesucht waren vor allem zyklische Werte. Adecco (ADEN 54.86 -0.33%) und Swatch Group (UHR 224.90 +0.31%) führten das Feld vor Givaudan (GIVN 3'654.00 -1.35%) und Roche (ROG 300.65 +0.54%) an. Am anderen Ende des Spektrums beendeten ABB (ABBN 24.09 +0.5%), Swiss Re (SREN 83.60 +0.7%) und Swiss Life (SLHN 413.40 +1.87%) den ersten Handelstag praktisch unverändert zum Schlusskurs vom Freitag.

Im frühen Handel waren Finanzwerte noch stärker nachgefragt, sie rutschten jedoch im Tagesverlauf in der Tabelle nach unten. Besser als die grossen Versicherer hielten sich UBS (UBSG 12.99 +0.74%) und Credit Suisse (CSGN 11.61 +1.09%).

Im Blick hatten die Marktteilnehmer am Montag die Berichtssaison, die nun zunehmend an Fahrt gewinnt. Sie hofften, dass die Unternehmenskennzahlen für das erste Halbjahr besser als erwartet ausfallen würden, hiess es am Markt. Viele Unternehmen hatten in den ersten beiden Quartalen ihre Erwartungen für das laufende Jahr gesenkt. Das gibt Raum für positive Überraschungen.

Im Fokus der Anleger steht diese Woche auch die Berichtssaison in den USA. Am Dienstag veröffentlichen Citigroup (C 56.50 +2.59%), JPMorgan und Wells Fargo ihre Zahlen. Am Mittwoch folgt Goldman Sachs (GS 234.30 +2.17%) und am Donnerstag Morgan Stanley (MS 63.01 +1.91%). In der Schweiz wird mit Richemont (CFR 75.24 -0.32%) am Donnerstag ebenfalls ein Grossunternehmen Auskunft über den Geschäftsverlauf im ersten Quartal geben.

Tesla gehen durch die Decke

Daneben dürften die Anleger aber auch die Coronakrise weiter im Auge behalten. Nach wie vor nehmen die Infektionszahlen in einigen Ländern Europas wieder zu und steigen in den USA weiter rasant. Ausserdem stehen diese Woche zahlreiche Konjunkturzahlen auf dem Programm, und die Europäische Zentralbank veröffentlicht ihre geldpolitischen Beschlüsse.

An der New Yorker Börse geht es am Montag nach einem guten Wochenausklang erneut aufwärts. Der Dow Jones (Dow Jones 30'007.44 +1.24%) lag zum Zeitpunkt des Handelsschlusses in der Schweiz 1,5% im Plus. Gezogen wird der Index von US-Pharmakonzern Pfizer (PFE 39.86 +4.05%). Das Unternehmen hat für einen Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 den so genannten Fast Track Status der US-Zulassungsbehörde FDA erhalten. Damit winkt dem Impfstoff die Möglichkeit einer beschleunigten Zulassung. Ebenfalls gut gekauft werden die Aktien von Tech-Gigant Apple (AAPL 122.07 +2.54%).

Unter den Technologietiteln fallen aber erneut die Valoren des Autobauers Tesla (TSLA 577.10 +1.67%) auf. Hoben die Aktien bereits am Freitag um 10,8% ab, lagen sie am Montagabend erneut 13% im Plus. Der technologielastige Index Nasdaq, dem die Aktien angehören, gewann um 17:30 Uhr 1,9%.

Arbonia gewinnen deutlich

Unter den Schweizer Titeln fanden grössere Kursbewegungen vor allem bei den Nebenwerten statt. Allen voran schlugen die Aktien von Arbonia (ARBN 12.64 -1.71%) deutlich nach oben aus. Der Bauzulieferer hat zwar im ersten Halbjahr wegen der Covid-19-Pandemie weniger Umsatz verbucht, aber dank der besseren Kostenstruktur beim Betriebsgewinn zugelegt. Ebenfalls gesucht waren die Titel von Zur Rose (ROSE 276.50 +1.28%). Die Versandapotheke profitiert von einer positiven Analystenprognose. Jefferies hat das Kursziel von bislang 300 auf 450 Fr. angehoben und die Einstufung «Kaufen» bestätigt.

Die Aktien des Messebetreibers MCH Group (MCHN 14.50 +0.69%), die nach Bekanntmachung des neuen Ankeraktionärs James Murdoch am Freitag tauchten, starteten mit einer Gegenbewegung in die Woche. Leicht avanciert sind im frühen Handel zudem SoftwareOne (SWON 23.55 +1.95%). Der IT-Dienstleister gab am Morgen die Übernahme von B-lay, einem Anbieter von End-to-End Software- und Cloud-Technologielösungen, bekannt.

Unter Druck gerieten hingegen die Aktien der Beteiligungsgesellschaft CI Com (CIE 2.78 +1.46%). Das Unternehmen hatte am Freitagabend bekanntgegeben, im Halbjahresergebnis eine Wertberichtigung um 563’000 Fr. vorzunehmen.

Der Schweizer Aktienmarkt folgte am Montag den guten Vorgaben aus Asien. Die asiatischen Börsen gingen mit Kursgewinnen in die neue Woche. Der japanische Nikkei schloss 2,2% höher. Der Hang Seng in Hongkong legte um 0,4% zu, der Kospi in Seoul um 1,7%.

Der Shanghai Composite stieg um 1,8%. Der Shenzhen Component, der mehr Technologietitel enthält, kletterte 3,5%. Die chinesischen Börsen verzeichneten vergangene Woche den höchsten Wochengewinn der vergangenen fünf Jahre. Beobachter warnen indes vor dem Beginn einer Kursblase, angetrieben durch spekulierende Privatanleger.

Silberpreis klettert markant

Der Kurs des Euros hat zu Beginn der neuen Handelswoche zugelegt. Stand 17:30 Uhr handelte die Gemeinschaftswährung bei 1.1362 $, nachdem der Kurs am Freitagabend an der Marke von 1.13 $ gestanden hatte. Zum Franken hat der Euro noch stärker angezogen. Er handelte zuletzt bei 1,0698 Fr., nach 1.0638 Fr. am Freitagabend. Der US-Dollar notiert derweil weiterhin über der Marke von 0.94 Fr.

Die Ölpreise haben sich am Montag unter dem Strich kaum verändert. Anfänglichen Abschlägen standen Aufschläge im Handelsverlauf gegenüber. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 47.16 -1.11%) 43.22 $. Das waren zwei Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 44.38 -0.94%)) stieg dagegen geringfügig um auf 40.58 $.

Stärker aufwärts ging es derweil für die Edelmetalle. Der Goldpreis pro Feinunze stabilisierte sich wieder etwas über der 1800-Fr.-Marke. Am Goldmarkt spiele die Pandemie eine Rolle, sagte Stephen Innes, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp. Da die US-Notenbank Fed an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik auf absehbare Zeit festhalten werde, könne mit einer längerfristigen Rally bei dem auch dem Inflationsschutz dienenden Edelmetall gerechnet werden. Klar höher steht der Silberpreis, der um 17:30 Uhr 2,6% im Plus lag.