Märkte / Aktien

SMI schliesst tiefer

Der Schweizer Aktienmarkt beendet den Mittwoch mit Verlusten. Auch in den USA geraten die Börsen unter Druck.

(AWP/Reuters/SK) Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte tiefer geschlossen. Nach einem freundlichen Auftakt und Gewinnen im morgendlichen Handel drehte der Swiss Market Index SMI (SMI 9541.19 -0.81%) zur Mittagsstunde ins Minus und schaffte es in der Folge nicht mehr aus der Verlustzone. Auch der SPI (SXGE 11934.45 -0.57%) und der SMIM (SMIM 2486.666 0.13%) kamen unter Druck. Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in vielen Ländern habe die Nachricht, dass nach Johnson & Johnson (JNJ 137.6 -0.55%) nun auch Eli Lilly (LLY 131.63 0.24%) sein Impfstoff-Forschungsprogramm wegen Sicherheitsbedenken kurzzeitig unterbreche, einige Investoren auf dem falschen Fuss erwischt, hiess es am Markt.

Die Anleger seien zunehmend verunsichert. Sie befürchteten, dass demnächst wieder strengere Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie erlassen werden könnten. «Ein Lockdown wie im Frühling wäre ein Supergau», sagt ein Händler.

Auch das bislang erfolglose Gerangel der beiden politischen Lager in den USA um ein weiteres Konjunkturpaket strapaziere derzeit die Geduld der Investoren. Denn genau in diesen beiden Aspekten hoffen die Anleger auf eine baldige Lösung und haben dem Markt dafür bereits Vorschusslorbeeren gegeben. Das mache den Markt derzeit anfälliger für mögliche Enttäuschungen.

Für Alcon geht es aufwärts

Abwärts ging es für zyklische Titel und die Finanzwerte. Die Grossbanken UBS (UBSG 10.53 -0.52%) und Credit Suisse (CSGN 8.582 -5.78%) notierten zusammen mit den Versicherern Swiss Re (SREN 62.76 -0.51%) und Zurich am Tabellenende. Nach unten gezogen wurde der Markt vor allem von Nestlé (NESN 103.12 -0.33%). Den stärksten Rückschlag verbuchten aber die Aktien des Uhrenherstellers Swatch Group (UHR 193.2 -0.9%), die unter der Angst vor einem neuerlichen Lockdown und vor Reisebeschränkungen litten. Auch Rivale Richemont (CFR 57.9 -1.83%) büsste an Wert ein.

Zu den wenigen Gewinnern zählen die Aktien von Augenheilkunde-Spezialist Alcon (ALC 52.66 -1.94%). Das Unternehmen profitierte von einem positiven UBS-Kommentar, in dem die Experten auf eine starke Erholung im dritten Quartal spekulierten. Auch ABB (ABBN 22.18 -0.94%) und SGS (SGSN 2290 -0.3%) mochten sich gegen den Markttrend stemmen. Lonza (LONN 554 -0.36%) und Geberit (GEBN 523.4 -0.19%) zeigten ebenfalls Stärke, schafften es zum Handelsschluss aber nicht ins Plus.

Im breiten Markt bedienten sich Anleger am Mittwoch bei den Titeln von Polyphor (POLN 8.42 2.68%). Das Biotechunternehmen hat sich neue Fördergelder gesichert und von der Vereinigung CARB-X Zusagen von bis zu 18,44 Mio. $ erhalten, wie es am Mittwoch mitteilte.

Nach Nachrichten tiefer notierten Bossard (BOSN 145.8 -0.55%). Der Spezialist für Verbindungs- und Montagetechnik hat mit seinen Umsatzzahlen für das dritte Quartal die Erwartungen der Analysten erfüllt. Die Erholung schreitet voran, im Vergleich zur Vorjahresperiode gingen die Einnahmen 8,2% zurück. Ebenfalls tiefer gehandelt wurden Relief Therapeutics (RLF 0.476 -2.26%). Die Aktien hatten am Vortag aber wegen positiver Studiendaten zum Wirkstoff Aviptadil deutlich zugelegt.

US-Börse eröffnet im Plus

Nach dem Rücksetzer vom Dienstag sind die ersten Käufer an der Wall Street zur Wochenmitte schnell wieder in Deckung gegangen. Der Dow Jones (Dow Jones 26485.34 -0.13%) Industrial drehte am Mittwoch nach anfangs deutlicheren Gewinnen ins Minus und lag um 18 Uhr bei -0,6% auf 28’507 Punkten. Tags zuvor hatte der US-Leitindex seiner vorherigen Rally bereits Tribut gezollt und um gut ein halbes Prozent nachgegeben.

Der marktbreite S&P 500 (S&P 500 3269.7 0.19%) schloss sich dem Dow Jones an und verlor 0,56%. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 (Nasdaq 100 11237.174096 0.85%), der am Dienstag nur knapp ins Minus gerutscht war, büsste gar 0,8% auf 11’987 Zähler ein.

Die jüngsten Geschäftszahlen aus der Bankenbranche stiessen am Markt auf ein verhaltenes Echo. Während die Aktien von Goldman Sachs (GS 189.14 -0.33%) immerhin ein knappes Plus schafften, büssten die Titel der Konkurrenten Bank of America (BAC 23.2296 -1.02%) und Wells Fargo rund 4 beziehungsweise 5% ein.

In Asien hatten am Morgen  die schwindenden Hoffnungen auf eine rasche Marktreife eines Corona-Impfstoffs den Börsen zu schaffen gemacht. Die Börse Shanghai büsste 0,6% ein. Der japanische Nikkei-Index kam kaum vom Fleck und notierte bei 23’627 Zählern. Zuvor hatten die US-Pharmakonzerne Johnson & Johnson und Eli Lilly die Tests ihrer jeweiligen Corona-Impfstoffe wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt. «Das ist ein Hinweis darauf, dass die Markteinführung einer Impfung länger dauern könnte als bislang erhofft», sagte Analyst Tom Piotrowski vom Brokerhaus CommSec..

Ölpreis im Aufwind

Die Ölpreise sind am Mittwoch nach einem schwachen Handel am Morgen stark gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 36.92 -6.06%) verteuerte sich bis 16.00 Uhr auf 43.26 $. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 35.13 -6.29%)) stieg auf 41.02 $.

Auch die Preise für die Edelmetalle Gold (Gold 1867.33 -0.56%) und Silber (Silber 23.075 -1.49%) gehen am Nachmittag nach oben. Der Preis für eine Feinunze Gold kletterte auf 1911 $ und damit wieder über die Marke von 1900 $. Der Silberpreis legt 1,9% auf 24.55 $ zu.

Der Euro bewegt sich am Mittwoch gegenüber Dollar und Franken kaum. Am Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1762 $ und damit etwas mehr am späten Vorabend. Zum Franken tritt der Euro bei 1,0743 ebenfalls auf der Stelle. Der US-Dollar kostet zeitgleich 0,9134 Fr.

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