Märkte / Aktien

SMI schliesst auf über 10’200 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt geht nach einer uneinheitlichen Woche mit einem Plus ins Wochenende.

(AWP/SK) Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit festeren Kursen beendet und damit auch in der der Gesamtwoche zum zweiten Mal in Folge zugelegt. Nach einem verhaltenen Start hat der SMI (SMI 10067.13 -0.31%) mit Ausnahme einer kurzen Phase am späteren Nachmittag stetig zugelegt. Für die etwas nervösere Schlussphase waren die US-Aktien mitverantwortlich, welche sehr volatil eröffneten. Gestützt wurden die hiesigen Aktien zum Wochenschluss von ermutigenden Konjunktursignalen aus Europa. So haben Frankreich und Italien solide Industriedaten veröffentlicht.

Das Auf und Ab spiegelt die allgemeine Stimmung, die weiterhin zwischen Hoffen und Bangen mäandriert. Das Investment-Komitee der Credit Suisse (CSGN 10.025 -0.3%) etwa riet «aus taktischer Sicht» zur Vorsicht; zum Teil wegen der steigenden Infektionszahlen in den USA, andererseits aber auch wegen der geringeren Marktliquidität im Sommer verbunden mit einer entsprechend höheren Volatilität, was wiederum den politischen Risikofaktoren grösseren Einfluss geben kann.

Gleichzeitig sieht die Bank wegen der Geldschwemme der Notenbanken und den extremen politischen Massnahmen zur Eindämmung von Corona mittelfristig weiterhin Aufwärtspotential.

Die Wallstreet eröffnete am Freitag zunächst uneinheitlich. Während der Dow Jones (Dow Jones 27386.98 0.68%) zum Vortag leicht zulegte, verlor der technologielastige Nasdaq. Zum Börsenschluss in der Schweiz hatte sich der Nasdaq aber auf dem Schlusskurs vom Vortag stabilisiert, der Dow Jones baute seine Gewinne weiter aus. Gesucht waren vor allem die Valoren der Grossbanken Goldman Sachs (GS 204.25 -0.13%) und JPMorgan Chase (JPM 97.24 0.03%). Nach einem guten Lauf am Donnerstag standen die Schwergewichte Apple (AAPL 455.61 3.49%) und Microsoft (MSFT 216.35 1.6%) am Freitag dagegen nicht mehr in der Gunst der Anleger.

AMS im Aufwind

Unter den SMI-Titeln waren Lonza (LONN 567.8 0.21%) besonders gesucht. Die Titel des Pharmazulieferers wurden ihrem Ruf als bisheriger Shooting Star unter den Blue Chips in diesem Jahr einmal mehr gerecht. Im Vergleich zu Ende 2019 kosten die Titel gut 50 Prozent mehr und allein seit dem Jahrestief im März sind Lonza um rund 80 Prozent in die Höhe geschlossen. Ebenfalls vorneweg zogen Sika (SIKA 203.6 -0.15%). Unter den Favoriten der Investoren waren zudem die Zykliker SGS (SGSN 2390 -0.13%), Credit Suisse und die Versicherer Swiss Re (SREN 70.36 -1.26%) uns Swiss Life (SLHN 334.7 -0.68%).

Am wenigsten vermochten am Freitagmorgen die Pharmatitel überzeugen. Zykliker Adecco (ADEN 44.81 0.52%) bildete zusammen mit Novartis (NOVN 76.01 0.08%), Roche (ROG 315.05 -0.69%) und Alcon (ALC 55.5 -0.43%) das Schlusslicht.

Während die Nachrichtenlage unter den SMI-Titeln dünn war, bestimmte im SMIM (SMIM 2533.509 -0.01%) das Tagesgeschehen die Kurse. So gewannen die Aktien von Sensorenhersteller AMS (AMS 17.12 1.9%) im Verlauf des Vormittags an Fahrt. Neben den anhaltend guten US-Vorgaben kam auch die Tatsache gut an, dass AMS die Osram-Übernahme abschliessen konnte. Darüber hinaus wirkte ein positiver Analystenkommentar vom Vortag nach. Beim Bankhaus Lampe wurde die Abdeckung der Titel mit Buy aufgenommen. Lampe geht davon aus, dass AMS nun rasch Schulden abbauen werde.

Im Zuge der guten US-Vorgaben griffen Anleger auch bei Logitech (LOGN 66.9 0%) erneut zu. Zusätzlichen Schub erhielten die Titel durch einen positiven Analystenkommentar der Credit Suisse.

MCH Group unter Druck

Ems-Chemie (EMSN 801.5 -0.19%) profitierte von Zahlen zum ersten Halbjahr, die über den Erwartungen lagen. Der Spezialchemiekonzern hat zwar Einbussen hinnehmen müssen, konnte seine hohe Marge jedoch verteidigen. Die Aktien des Solarzulieferers Meyer Burger gingen ebenfalls stärker aus dem Handel. Die Aktionäre haben an einer ausserordentlichen Generalversammlung dem Umbau des Unternehmens vom Zulieferer zum Modulhersteller den Weg geebnet und die dazu notwendige Kapitalerhöhung genehmigt. Wegen der Versammlung waren die Aktien bis 14 Uhr vom Handel ausgesetzt.

Auch sonst fielen am Freitag vor allem Vertreter der hinteren Reihen auf. So sackten die Valoren von MCH Group (MCHN 14.85 -3.88%) ab. Die Messebetreiberin hatte am Freitag verkündet, mit Lupa Systems von James Murdoch eine neue Ankeraktionärin zu erhalten. Ebenfalls abgestraft wurde Reisedetailhändler Dufry (DUFN 24.45 2.3%). Die weiter rasant steigenden Zahlen der Neuinfektionen etwa in den USA sei ein schlechtes Omen gerade für die geplagte Reisebranche, hiess es im Handel. Zudem empfehlen die Experten von Mainfirst die Aktie neu zum Verkauf.

Auch die Aktien vom Industriekonzern Huber+Suhner (HUBN 72 0.56%) fielen überdurchschnittlich zurück. Das Unternehmen erwartet einen Umsatzrückgang im ersten Halbjahr.

Ölpreis dreht ins Plus

Entgegen der Stimmung in der Schweiz hatte am Freitag die Angst vor neuen Lockdowns im Zuge der Coronakrise die asiatischen Aktienmärkte belastet. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei 1,1% tiefer, während der Topix um 1,4% nachgab. In China verlor der Shanghai Composite 2%. Der CSI 300, der Index der 300 grössten und meistgehandelten Aktien in Schanghai und Shenzhen, fiel ebenfalls 1,8%.

Der Euro notierte am Nachmittag wieder über der Marke von 1.13 $. Um 16.15 Uhr kostete die Gemeinschaftswährung 1.1313 $ und damit etwas mehr als am späten Vorabend. Zum Franken kletterte der Euro bei einem Stand von 1.063 Fr. wieder über die 1.06er-Marke. Dagegen hat sich der US-Dollar bei 0.94 Fr. wieder etwas klarer oberhalb der 0.94er Marke etabliert.

Die Ölpreise stand am frühen Nachmittag aufgrund hoher Corona-Neuinfektionen in grossen Volkswirtschaften stark unter Druck. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 45.16 0.04%) ging genauso zurück wie derjenige der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 42.01 -0.52%)). Im Verlauf des Nachmittags drehte der Ölpreis dann allerdings ins Plus. Der Goldpreis legte auf Wochensicht erneut zu und überstieg den Wert von 1800 $ pro Feinunze. Um 17.30 Uhr MESZ am Freitag lag das Edelmetall knapp unter der Marke.

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