Märkte / Aktien

SMI schliesst erneut im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnete am Dienstag leichte Gewinne. Die Aktien von Relief Therapeutics brachen ein.

(AWP/Reuters/SK) Der Schweizer Aktienmarkt hat den zweiten Handelstag der Woche im Plus beendet. Nach einem von Verkäufen geprägten Morgen wechselte der Schweizer Leitindex SMI (SMI 11'238.52 +0.28%) am Nachmittag das Vorzeichen. Zuvor hatte der Markt Beobachtern zufolge eine Konsolidierungsphase nach dem guten Lauf des Vortags eingelegt. In den Kursen sei schon viel Positives eingearbeitet, so dass für klare Gewinne die Impulse zumindest kurzfristig fehlten, hiess es.

Weiterhin bleibe aber die Erwartung eines fast zwei Bio. $ grossen Corona-Hilfspakets in den USA ein Treiber für die Märkte. Mit Besorgnis werde derweil aber etwa der jüngste Anstieg der Renditen bei den US-amerikanischen Staatsanleihen beobachtet, so ein Händler.

Die auffälligste Bewegung verzeichneten am Dienstag die Aktien von Relief Therapeutics (RLF 0.28 -0.36%). Nachdem das Biotechunternehmen und der Partner NeuroRx  erste Daten aus der Phase IIb/III-Studie zur Behandlung von Corona-Patienten vorgelegt hatten, brach der Aktienkurs zeitweise um zwei Drittel ein. Die Aktien schlossen am Ende tief im Minus.

Gesucht waren Lonza (LONN 548.40 +1.9%). Der Pharmazulieferer gab am Montagabend bekannt, für seine Chemiesparte einen Käufer gefunden zu haben. Bain Capital und Cinven kaufen die Sparte für 4,2 Mrd. Fr. Ebenfalls aufwärts ging es für die Aktien von Uhrenhersteller Richemont (CFR 93.22 -0.09%) und den Pharmakonzern Roche (ROG 309.65 +0.81%). Die deutlichsten Gewinne im SLI entfielen auf die Titel des Hörgeräteherstellers Sonova (SOON 260.90 +1.01%). Für den Kursanstieg sorgten optimistische Aussagen des dänischen Konkurrenten Demant, der ein hohes Wachstum anpeilt.

Zu den grössten Verlierern nebst Relief Therapeutics gehörten am Dienstag AMS (AMS 18.76 -2.32%). Der Sensorenhersteller hat das Schlussquartal 2020 im Rahmen seiner Erwartungen abgeschlossen und bei Umsatz und Betriebsergebnis Bestmarken erreicht. Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Sitzungen reichte dies aber nicht für weitere Anstiege. Daher kam es laut einem Händler zu Gewinnmitnahmen. Bei JPMorgan hiess es in einem ersten Kommentar, der Ausblick sei schwächer als erwartet. Allerdings könne dies auch einer veränderten Saisonalität geschuldet sein, bei der das zweite Quartal stärker ausfallen könnte.

Unter Druck standen auch weitere Zykliker, die zuletzt von Konjunkturhoffnungen profitiert hatten, wie die Bauwerte Sika (SIKA 275.50 +0.66%) oder SGS (SGSN 2'756.00 +0.55%). Auch die in diesem Jahr gut gelaufenen Alcon (ALC 67.60 +0.45%) oder Swatch notierten weiterhin im Minus. Adecco (ADEN 66.42 +0.51%) erhielten derweil keine Unterstützung von den Jahreszahlen des niederländischen Konkurrenten Randstad.

Ebenfalls mit einem Abschlag gehandelt wurden Dätwyler (DAE 285.50 +0.18%). Der Industriezulieferer war wegen Devestitionen im 2020 in die roten Zahlen gerutscht, hat die Dividende aber erhöht.

US-Börse schwächer

Mit leichten Abgaben sind am Nachmittag die grossen US-Indizes in den Handel gegangen. Der Dow Jones (Dow Jones 33'800.60 +0.89%) Industrials notierte um 16.30 Uhr 0,1% unter dem Schlusskurs vom Vortag, auch der marktbreite S&P 500 (S&P 500 4'119.50 +0.75%) gab leicht nach. Am Vortag hatten die drei wichtigsten US-Aktienindizes noch Rekordstände erklommen. Am Wochenende hatte US-Finanzministerin Janet Yellen noch einmal gefordert, dass das Land einen grossen Anschub brauche. Präsident Joe Biden plant derzeit ein Konjunkturpaket über 1900 Mrd. $.

Die asiatischen Börsen wurden am Dienstag von den positiven Vorgaben der Wallstreet beflügelt. Der japanische Nikkei 225 stieg um 0,4%, der breiter gefasste Topix gewinnt 0,1%. Der Hang Seng in Hongkong rückte 0,5% vor, und Chinas Leitindex CSI 300 klettert im späten Handel 2,2%. Der südkoreanische Kospi verlor 0,2%.

Ölpreis mit kurzem Zwischenhoch

Der US-Dollar geriet am Dienstag zu allen wichtigen Währungen unter Druck. Zur Schweizer Währung notierte der Dollar am Nachmittag mit 0.8935 Fr. rund einen halben Rappen tiefer als noch am Vorabend. Der Euro-Kurs stieg bis zum Nachmittag gegenüber der US-Währung auf 1.2100 $. In der Nacht hatte der Euro rund einen halben Cent niedriger notiert. Zum Franken ist der Euro derweil den ganzen Tag über leicht abgebröckelt. Am späten Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1.0811 Fr. und damit 0,2 Rp. weniger als noch am Morgen.

Der Ölpreis hat sich am Dienstag wenig verändert. Im europäischen Morgenhandel waren die Preise für die beiden wichtigsten Ölsorten zunächst auf die höchsten Stände seit gut einem Jahr gestiegen. Im Tagesverlauf gaben sie ihre Gewinne wieder ab. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 62.98 -0.41%) kostete zuletzt 60.70 $. Das waren 15 Cent mehr als am Vortag. Zuvor war der Preis noch bis auf 61,27 $ gestiegen.