Märkte / Aktien

SMI beendet Aufwärtstrend

Nach der eher schwachen US-Börseneröffnung ist der Schweizer Markt am Dienstag kurz vor Handelsschluss ins Minus gefallen.

(AWP/RI) Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag mit Verlusten beendet. Nach einem zögerlichen Beginn hatte sich der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex im Laufe des Morgens relativ klar ins Plus vorgearbeitet, um danach aber wieder an Dynamik einzubüssen.

Mit der eher schwachen Börseneröffnung in den USA fielen die Indizes dann gegen Handelsschluss etwas klarer ins Minus. Die Bewegungen seien etwas zufällig gewesen, meinten Händler allerdings, an den Themen der letzten Tage habe sich jedenfalls kaum etwas geändert.

Was das erhoffte US-Konjunkturpaket betrifft, setze sich am Markt mittlerweile die Meinung durch, dass es spätestens nach den Präsidentschaftswahlen eines geben werde – egal, wer dann im Weissen Haus das Sagen hat. Etwas mehr Sorgen macht man sich hingegen in Bezug auf die europäische Konjunktur. Die an Intensität zulegende zweite Corona-Infektionswelle trübe nun auch den wirtschaftlichen Ausblick ein, meinte ein Analyst zu den am Morgen veröffentlichten, schwachen ZEW-Daten aus Deutschland.

Der SMI verlor am Handelsende 0,27% auf 10’336,36 Punkte und schloss damit rund 20 Punkte über dem Tagestief. Im Tageshoch am frühen Nachmittag hatte der SMI sogar knapp die Marke von 10’400 Zählern geschafft. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verlor derweil 0,37% auf 1’586,49 Zähler und der breite SPI 0,27% auf 12’912,51 Zähler. Von den 30 Top-Titeln schlossen 17 im Minus, neun im Plus und vier unverändert.

Gewinnmitnahmen bei AMS

Die schwächsten Blue Chips waren zum Handelsschluss AMS (-3,1%). Laut Händlern kam es bei den Aktien des Chip-Herstellers zu Gewinnmitnahmen im Vorfeld der Produktpräsentation des US-Grosskunden Apple von Dienstagabend.

Unter den grössten Verlierern waren ausserdem die Versicherer Swiss Life (-2,3%), Zurich (-1,6%) und Swiss Re (-1,6%), ohne dass es laut Händlern allerdings klare Auslöser für die Abgaben gab. Verluste in der Grössenordnung von knapp über 1% waren ausserdem bei Titeln wie Sonova, LafargeHolcim, Sika, Straumann und Clariant auszumachen.

Knapp ins Minus fielen auch die Aktien der beiden Grossbanken UBS und CS (je -0,3%). Letztere hatten phasenweise profitiert von guten Zahlen der US-Banken JPMorgan und Citigroup und entsprechend klar im Plus notiert.

Als grösste Stütze für den Gesamtmarkt hatten sich lange Novartis (-0,4%) erwiesen, bis sie dann allerdings am späten Nachmittag ebenfalls in Minus fielen. Im Markt war am Morgen noch von positiven Analystenkommentaren im Vorfeld der Ende Monat erwarteten Quartalszahlen die Rede. Das dritte Jahresviertel dürfte robust ausgefallen sein, hatte etwa der Broker Jefferies geschrieben.

Erst zum Schluss knapp aus der Verliererzone schafften es Roche (unv.). Meldungen über die Lancierung eines Antigentests für Corona-Massentestung vermochten die Papiere nicht gross zu beflügeln.

Etwas schwächer tendierten Alcon (-0,2%). Bei der ehemaligen Novartis-Tochter hätten sich Investoren um die Aktionärsstruktur gesorgt, nachdem in den letzten Tagen wichtige Aktionäre ihre Beteiligungen klar gesenkt hätten, hiess es.

Logitech im Sog von Nasdaq

Unter den grössten Gewinnern bei den Blue Chips waren den ganzen Tag Logitech (+0,9%) zu finden. Hier verwiesen Händler auf die US-Märkte, da die US-Technologiebörse Nasdaq am Vorabend einmal mehr deutliche Aufschläge verbucht hatte. Grösster Gewinner im waren am Schluss aber die Papiere des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (+1,0%).

Im breiten Markt setzten sich Aryzta (+7,5%) und – nach Studiendaten zu einem Corona-Medikament – Relief Therapeutics (+6,3%) an die Spitze. Erneut schwach präsentierten sich dagegen die Papiere des Reisedetailhändlers Dufry (-9,2%). Hier läuft weiter die Kapitalerhöhung, zudem hätten sich die Leerverkäufer zurückgemeldet. Zweite Pandemiewelle und ihre möglichen Folgen für die Reiseindustrie machten die Aktien angreifbar, meinte ein Händler.

Erstarkter US-Dollar

Der US-Dollar hat am Dienstag im Nachmittagshandel angesichts einer hohen Verunsicherung an den Finanzmärkten zugelegt. Am Nachmittag kostete der Euro 1.1739 $, nachdem es am Morgen zeitweise noch über 1.18 $ gewesen waren.

Auch der Franken büsste zum Greenback klar an Terrain ein. Das USD/CHF-Währungspaar wurde am frühen Abend zu 0.9141 gehandelt nach 0.9095 am frühen Morgen. Für EUR/CHF errechnen sich daraus relativ stabile Kurse von 1.0731 Fr. nach 1.0732 Fr. am Morgen.

Die Ölpreise sind am Dienstag gestiegen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42.13 $. Das waren 41 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 56 Cent auf 39.99 $.