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SMI schliesst nach schwächerem Verlauf erholt

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag eine Spur höher geschlossen.

(AWP) Bis kurz vor Schluss bewegte sich der SMI (SMI 12'597.43 +0.67%) allerdings in negativem Territorium. Neue Rekorde an der Wall Street sorgten dann laut Händlern für die Wende. Zum schwächeren Verlauf sagte ein Börsianer, nach drei Wochen mit einem Kursgewinn sei eine Konsolidierung nicht unerwünscht, sondern tue nur gut. Seit dem Tiefpunkt von Anfang Oktober bei 11’382 Zählern hat der Leitindex SMI mehr als die Hälfte des Einbruchs wieder gutgemacht. Er steht damit aber noch klar unter dem Rekordhoch bei 12’573 Punkten von Mitte August.

Vor der im Laufe der Woche bevorstehenden Flut an Quartalsbilanzen hätten sich die Marktteilnehmer vorsichtig verhalten. Dies umso mehr, als neben der aktuellen Bilanzsaison weiterhin die Geldpolitik und Inflation im Fokus stünden. «Leider beginnt die neue Woche mit einem neuen Höchststand im Ölpreis, sagte ein Händler. Das Thema Inflation bleibe weiterhin auf dem Tisch, solange am Ölmarkt keine Entspannung in Sicht sei. Auch die Angst vor Inflation und steigenden Zinsen dürfte solange nicht aus den Köpfen der Anleger verschwinden.»

Der Leitindex SMI schloss nach einem Tagestief bei 11’993 Punkten um 0,06% höher bei 12’063,17 Zählern. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, rückte 0,11% auf 1956,56 Punkte vor. Der breite SPI (SXGE 16'087.09 +0.57%) beendete den Handel dagegen mit 15’536,60 Zählern um 0,04% leichter. Von den 30 SLI-Werten schlossen 16 tiefer und 14 höher.

Gebremst wurde der Markt von den Schwergewichten Novartis (NOVN 74.82 -0.04%) (-0,7%) und Nestlé (NESN 123.80 +1.58%) (-0,2%), bei denen es nach einem Anstieg auf ein neues Rekordhoch zu Gewinnmitnahmen kam. Bei Novartis dürfte am Tag vor der Bilanzvorlage die Mitteilung, dass der Pharmakonzern einen Misserfolg bei einer Studie zum Thema Lungenkrebs vermeldet hat, auf den Aktienkurs gedrückt haben.

Neben Novartis werden diese Woche fünf weitere Grosskonzerne aus dem SMI ihre Zahlen präsentieren. Dies sind Tagesgewinner UBS (UBSG 16.64 -0.12%) (+1,8%), Logitech (LOGN 75.46 +0.4%) (-0,7%), Swisscom (SCMN 506.40 -0.71%) (+0,6%), Holcim (LHN 45.91 -0.63%) (+0,6%) und Swiss Re (SREN 89.24 -0.2%) (+0,2%). Wenn die Berichtssaison hierzulande ähnlich starke Quartalszahlen wie in den USA bringt, könnte das eine gute Woche werden, meinte ein Händler.

Zahlenbezogene Impulse gibt es derzeit viele aus dem Ausland. Der Grossteil der kommt dabei aus dem US-Technologiesektor, werden doch Unternehmen wie Facebook (FB 330.56 +2.4%), Amazon (AMZN 3'523.16 -0%) und Microsoft (MSFT 334.97 +0.01%) bis hin zu Apple (AAPL 175.08 +2.28%) und Alphabet (GOOGL 2'963.73 +0.62%) Quartalszahlen präsentieren. Je nachdem wie diese Zahlen ausfallen, dürften hierzulande auch Titel wie Logitech, AMS (-0,6%) oder Temenos (TEMN 122.35 +0.29%) (+0,04%) etwas in Bewegung geraten.

Die grössten Abschläge verbuchten am Berichtstag zyklische Aktien wie Schindler (SCHP 249.70 -1.27%) (-1,7%), Kühne + Nagel (KNIN 274.50 +0.26%) (-1,3%), Sika (SIKA 373.80 -0.05%) (-0,8%) und ABB (ABBN 33.80 +0.72%) (-0,7%), die alle erst kürzlich ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben. Aber auch SGS (SGSN 2'950.00 -0.37%) (-0,6%) und Adecco (ADEN 45.96 -1.03%) (-0,8%) gaben nach.

Gesucht waren derweil defensive Werte wie Sonova (SOON 344.30 -1.01%) (+1,5%), Alcon (ALC 77.96 +1.88%) (+1,1%), Givaudan (GIVN 4'769.00 +0.59%) (+0,6%) und Roche (ROG 372.90 +1.26%) (+0,4%). Der Pharmakonzern treibt mit der Markteinführung des «Avenio Tumor Tissue Comprehensive Genomic Profiling Kit» die Entwicklung im Bereich personalisierte Medizin voran.

Weit oben auf der Kurstafel standen neben UBS auch CS (+1,4%), die bekanntlich letzte Woche nach den News zu Mosambik- und Beschattungsaffäre zu den grössten Verlierern gehört hatten. Händler sprachen von spekulativen Käufen.

Im breiten Markt waren Zur Rose (ROSE 331.00 -0.3%) (-5,4%) grosser Verlierer. Sie wurden von einer Kurszielsenkung durch die UBS auf lediglich 250 Fr. mit einer Bestätigung der Empfehlung «Sell» belastet. Die Erwartungen am Markt für das kommende Jahr seien zu hoch, meinte der zuständige Analyst der Grossbank.

Sehr schwach waren zudem GAM (GAM 1.40 +2.56%) (-6,5%), deren Quartalsbericht in der vergangenen Woche die Anleger enttäuscht hatte, sowie Montana Aerospace (AERO 32.30 -1.37%) (-4,5%) und Kardex (KARN 289.50 -1.7%) (-3,9%), während etwa Obseva (+3,0%) und Aryzta (ARYN 1.14 +2.16%) (+3,5%) gesucht waren.

New York: Dow und S&P scheuen erneuten Rekord

Die Anleger sind am Montag bei US-Aktien wankelmütig in den Handel gegangen. Der Dow Jones Industrial näherte sich in den Anfangsminuten zwar bis auf wenige Punkte seiner Bestmarke vom vergangenen Freitag, im Anschluss liessen sie es aber langsamer angehen. Nach einem zeitweisen Ausflug ins Minus legte der Leitindex zuletzt um 0,04% auf 35 691,87 Punkte zu.

Zum Auftakt einer Börsenwoche, die geprägt ist von hochkarätigen Unternehmensberichten, bewegten sich auch die übrigen New Yorker Leitindizes etwas klarer im Plus. Der technologielastige Nasdaq 100 (Nasdaq 100 16'394.34 +0.42%) legte um 0,43% auf 15 421,55 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,18% auf 4553,07 Zähler. Auch er vermied es, seinen Rekord vom Freitag nochmals zu toppen.

Am Markt hiess es, die Anleger warteten zu Wochenbeginn erst einmal ab, was die auf Hochtouren laufende Berichtssaison in den kommenden Tagen zu bieten habe. Im Hinterkopf blieben vor der nächsten Sitzung der US-Notenbank Fed auch die Inflationssorgen, hiess es. Auf der Agenda steht der Zinsentscheid aber erst in der kommenden Woche.

In den kommenden Tagen werden die Quartalsergebnisse von unter anderem General Electric (GE 98.28 +0.75%) , UPS (UPS 204.72 -0.33%) , Alphabet , Coca-Cola (KO 55.00 -0.38%) , McDonald’s , Amazon , Apple und Exxonmobil erwartet.

Bereits an diesem Montag nach Handelsschluss stehen die Kennziffern von Facebook auf der Agenda – zu einer Zeit, in der der Markt und die Regulierungsbehörden den Social-Media-Riesen verstärkt unter die Lupe nehmen. Weiter ranken sich die Spekulationen um die Frage, ob Gründer und Chef Mark Zuckerberg dem Konzern einen neuen Namen gibt. Am Markt hiess es, dass der Quartalsbericht ein guter Anlass dafür sein könnte. Die Aktie schwankte im Minus, zuletzt gab der Kurs um 0,2% nach.

Positiv von sich reden machte dagegen Tesla (TSLA 1'068.96 +1.64%) mit einem Kurssprung um mehr als 7% auf ein erneutes Rekordhoch. Als Treiber fungierte, dass der US-Autovermieter Hertz 100 000 Elektroautos bestellt hat. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet und dabei ein Volumen von rund 4,2 Mrd. $ genannt. Zum Vergleich: In den ersten neun Monaten des Jahres lieferte Tesla knapp 630 000 Fahrzeuge aus.

Die zuletzt kräftig unter Druck geratenen Papiere von Paypal erholten sich ausserdem um 3,9%. Für Erleichterung sorgte, dass der Zahlungsabwickler Berichten über Übernahmegespräche mit Pinterest entgegen trat. Man strebe derzeit keinen Kauf der Fotoplattform an, teilte Paypal mit. Die Pinterest-Aktien sackten daraufhin um 13% ab.

Allgemein gefragt waren im frühen Handel einmal mehr die Ölwerte, wie Kursgewinne von 1% beim Dow-Wert Chevron (CVX 118.45 +0.45%) sowie 1,6% bei Exxonmobil zeigten. Der Preis für die US-Ölsorte WTI (WTI 72.77 +0.55%) war am Montag erstmals seit 2014 wieder über die Marke von 85 $ gestiegen. Eine hohe Nachfrage bei nur begrenztem Angebot gilt bei Öl seit Wochen schon als Preistreiber.

 

Devisen: Euro fällt nach schwachem Ifo-Index – Türkische Lira auf Rekordtief

Der Euro hat am Montag nach schwachen deutschen Konjunkturdaten nachgegeben. Bis zum Nachmittag sank der Kurs der Gemeinschaftswährung auf 1,1615 $. Am Morgen hatte er noch etwas höher notiert.

Gegenüber dem Franken hat der Euro vorübergehend zwar eine Spur angezogen. Doch gibt er den Kursgewinn im Verlauf wieder her und wird aktuell zu 1,0668 Fr. gehandelt. Damit hat sich gegenüber dem Kurs vom Freitagabend von 1,0664 keine grössere Veränderung ergeben. Der US-Dollar hat sich gleichzeitig auf 0,9185 verteuert, am Morgen war er noch für 0,9154 zu haben.

Belastet wurde der Euro durch die trübere Unternehmensstimmung in Deutschland. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, fiel im Oktober den vierten Monat in Folge. «Aus der Corona-Krise ist eine Knappheitskrise geworden», sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank (VPBN 94.20 -2.79%). Die Materialknappheiten lasteten schwer auf der Industrie. Hinzu kämen Preisturbulenzen an den Energiemärkten.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer verwies zudem auf die vierte Corona-Welle. «Die Unternehmen ahnen, dass die Politiker auf die stark steigenden Corona-Infektionen mit neuen Beschränkungen reagieren werden», hiess es in einem Kommentar. Die deutsche Wirtschaft dürfte laut Krämer im vierten Quartal kaum noch wachsen.

Lira unter Druck

Unter Druck stand weiterhin die türkische Lira. Zu Dollar und Euro fiel die Währung abermals auf Rekordtiefstände. Nachdem vergangene Woche vor allem die Geldpolitik der türkischen Notenbank belastet hatte, sorgte zu Wochenbeginn die Aussenpolitik für Verunsicherung. Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte am Wochenende zehn Botschafter, darunter diejenigen Deutschlands und der USA, zu unerwünschten Personen erklärt. Hintergrund sind Forderungen zur Freilassung des türkischen Unternehmers und Kulturförderers Osman Kavala.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84380 (0,84370) britische Pfund und 131,88 (132,43) japanische Yen fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1808 $ gehandelt. Das waren rund 16 $ mehr als am Vortag.

Ölpreise steigen auf Mehrjahreshochs – Saudi-Arabien bleibt vorsichtig

chststände erreicht. Während der Preis für Nordseeöl auf den höchsten Stand seit etwa drei Jahren stieg, erreichte der US-Ölpreis den höchsten Stand seit etwa sieben Jahren. Händler begründeten die neuerlichen Preiszuwächse auch mit Äusserungen seitens des Ölgiganten Saudi-Arabien.

Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 86,46 $. Das waren 91 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,00 $ auf 84,73 $. Der WTI-Preis war zuvor erstmals seit 2014 zeitweise über 85 $ gestiegen.

Die Preistreiber am Rohölmarkt sind seit einigen Wochen dieselben: Während weltweit ein hoher Bedarf an Energie besteht, ist das Angebot aus verschiedenen Gründen begrenzt. Das treibt die Preise von Gas, Kohle (Kohle 133.50 0%) und Erdöl stark an. Der Ölverbund Opec+ weitet seine Förderung zwar beständig aus. Allerdings kann das steigende Angebot laut Experten nicht mit der konjunkturell bedingt hohen Nachfrage Schritt halten.

Saudi-Arabiens Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman bestätigte unterdessen die vorsichtige Haltung des ölreichen Landes. Dem Nachrichtensender Bloomberg TV sagte er, es sei nicht gewiss, ob der Preisanstieg am Ölmarkt nachhaltig sei. «Von der Opec+ ist kurzfristig also keine über das beabsichtigte Niveau hinausgehende Produktionserhöhung zu erwarten», sagte Commerzbank-Experte Carsten Fritsch.