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SMI schliesst knapp über 12’000

Der SMI folgte am Dienstag dem Negativtrend vom Vortag und notiert zum Schluss bei knappen 12'021,09 Punkten.

(AWP) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag seine Konsolidierung fortgesetzt. Belastend wirkten sich der fortgesetzte Ausverkauf an den chinesischen Börsen sowie die Passivität vieler Anleger vor der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) aus. Die Märkte sorgten sich um die Entwicklung in China, sagte ein Händler.

Investoren würden eine zunehmende staatliche Regulierung befürchten. Nach der Technologiebranche hatte sich die Führung am Wochenende private Bildungseinrichtungen vorgenommen und damit Anlegern das Risiko einer Kapitalanlage im «Reich der Mitte» vor Augen geführt. Am Mittwoch dann dürfte bei der Fed besonders auf die Aussagen zur Inflation geschaut werden. Anleger interessieren sich vor allem für Hinweise, wann die Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm zurückfahren wird.

Der SMI (SMI 11'837.57 +0.41%) schloss um 0,24% tiefer bei 12’021,09 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsste 0,56% auf 1948,86 und der umfassende SPI (SXGE 15'369.06 +0.44%) 0,31% auf 15’457,44 Punkte ein. Bei den Blue Chips dominierten die Verlierer etwa im Verhältnis drei zu eins.

Logitech (LOGN 90.36 +1.96%) (-9,9%) wurden von massiven Gewinnmitnahmen erfasst. Der Hersteller von Computerzubehör hatte erneut deutlich bessere Zahlen als erwartet vorgelegt – doch der im Urteil der Händler verhaltene Ausblick kam nicht gut an. Die Abgaben wuchsen sich zwischenzeitlich in den zweistelligen Bereich aus, nachdem auch noch die Tech-Werte an der Wall Street deutlich schwächer in den Handel starteten.

Zu den schwächsten Blue Chips zählte auch AMS (-2,7%). Der Titel gehört laut Händlern zu den am stärksten leerverkauften Aktien der Schweizer Börse. Möglicherweise wetteten Marktteilnehmer darauf, dass der Sensorenhersteller am Freitag mit dem Quartalsbericht enttäuschen könnte. Aus dem Tech-Sektor schlossen einzig Temenos (TEMN 133.25 -0.52%) (+0,2%) etwas fester.

Deutliche Abschläge verbuchten auch die Papiere des Personaldienstleisters Adecco (ADEN 48.75 +2.31%) (-4,1%). Händler verwiesen auf das Ergebnis des Rivalen Randstad, der zwar die Markterwartungen insgesamt übertroffen, aber im wichtigen Markt USA umsatzmässig enttäuscht habe. Daraus würden Rückschlüsse auf die Zahlen von Adecco gezogen.

Aber auch bei positiven Impulsen greifen Anleger nicht zu. Die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 97.68 +2.11%) (-2,2%) und Swatch (-2,4%) tauchten beide. Dabei hatte der Weltmarktführer LVMH am Vorabend gute Ergebnisse veröffentlicht. Beide Papiere hatten nach den kürzlich veröffentlichten Zwischenberichte bereits kräftig zugelegt.

Finanzwerte schlossen ebenfalls mehrheitlich schwächer. Credit Suisse (CSGN 8.94 +2.59%) büssten 0,6 und UBS (UBSG 14.45 +2.3%) 0,1% ein – beide Papiere waren am Vortag stark nachgefragt gewesen. Die Entwicklung in China dämpfe möglichweise die Konjunktur, sagten Anlagestrategen. Mit Julius Bär (BAER 60.02 +2.07%) (-2,1%) ging es noch weiter abwärts.

Die defensiven Schwergewichte verhinderten derweil Schlimmeres im SMI. Während Roche (ROG 340.05 +0.21%) unverändert schlossen, büssten Novartis (NOVN 76.63 -0.57%) relativ geringe 0,3% ein. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé (NESN 114.78 +0.12%) (+0,2%) wird am Donnerstag den Halbjahresbericht zeigen. Experten rechnen mit einem starken Wachstum und unter Umständen mit einer höheren Guidance als bisher.

Höhere Kurse verzeichneten die Aktien von Givaudan (GIVN 4'457.00 -1.24%) (+1,1%), Clariant (CLN 18.09 +2.17%) (+0,9%), Schindler (SCHP 269.10 -0.63%) (+0,8%) und Swisscom (SCMN 532.00 +0.11%) (+0,6%).

Am breiten Markt stachen Obseva mit plus 20,7% ins Auge. Die Biotechnologiefirma hat mit dem US-Unternehmen Organon ein Lizenzabkommen zur Entwicklung und Vermarktung eines Mittels abgeschlossen und hat Anrecht auf Meilenstein- und Lizenzgebühren von bis zu 500 Mio. $. «Ganz schön viele Vorschusslorbeeren», sagte ein Händler.

Die Titel des Schokoladeherstellers Lindt&Sprüngli (+3,1%) legten nach der Zahlenvorlage zu, ebenso die des Verpackungskonzerns SIG Combibloc (+0,8%) und der Bank Vontobel (+0,9%).

Ölpreise legten etwas zu

Die Ölpreise stiegen am Dienstag leicht. Gegen Mittag wurde ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 75.80 +1.68%) zu 74,79 $ gehandelt. Das waren 29 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 71.92 +1.99%)) stieg um 16 Cent auf 72,07 $.

Nach wie vor bleibt der Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ein bestimmendes Thema am Ölmarkt. Trotz neuer Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie in einigen Regionen der Welt wird am Markt aber mittlerweile erwartet, dass sich die Erholung der Nachfrage nach Rohöl fortsetzen wird.

In den vergangenen Wochen hatte die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus Nachfragesorgen am Ölmarkt ausgelöst. Hinzu kam die Einigung des Ölverbunds Opec+ auf eine schrittweise Anhebung der Fördermenge. Im Juli wurde der starken Anstieg der Ölpreise in den Monaten Mai und Juni gestoppt. Im Verlauf des Monats sind die Notierungen zeitweise deutlich unter Druck geraten.

Mittlerweile haben die Ölpreise den Rückschlag im Juli fast wettgemacht. «Die Delta-Variante scheint für den Ölmarkt den grössten Schrecken verloren zu haben», sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank (CBK 5.29 +3.79%). Stattdessen werde auf den Erfolg der voranschreitenden Impfkampagne gesetzt.

Eurokurs legte etwas zu

Der Euro hatte am Dienstag nach anfänglichen Verlusten etwas zugelegt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1813 $. Am Morgen war sie noch unter 1,18 $ gefallen.

Das Dollar/Franken-Paar verlor ebenfalls etwas an Wert und notierte zuletzt bei 0,9150. Das Euro/Franken-Paar hält sich derweil hartnäckig über der Marke von 1,08.

Insgesamt hielten sich die Kursausschläge in Grenzen. Am Nachmittag wurde der Dollar durch eher schwache Daten aus der US-Industrie etwas belastet. So blieben die Aufträge für langlebige Güter im Juni hinter den Erwartungen zurück. Ein besser als erwartet ausgefallenes Verbrauchervertrauen im Juli stützte den Dollar nicht.

Zunächst war der Euro durch die trübe Stimmung an den Aktienmärkten belastet worden. Die Märkte sorgen sich um die Entwicklung in China. Hier befürchten Investoren eine zunehmende staatliche Regulierung. Nach der Technologiebranche hatte sich die Führung am Wochenende private Bildungseinrichtungen vorgenommen und damit Anlegern das Risiko einer Kapitalanlage im Land vor Augen geführt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85503 (0,85468) britische Pfund, 129,98 (130,05) japanische Yen und 1,0806 (1,0826) Franken fest. Die Feinunze Gold (Gold 1'778.43 +0.22%) wurde am Nachmittag in London mit 1801 $ gehandelt. Das waren gut vier Dollar mehr als am Vortag.

 

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