Märkte / Makro

SNB-Chef Jordan setzt auf China

Die SNB sieht in der Unterzeichnung eines bilateralen Swap-Abkommens mit China das Fundament für einen Yuan-Hub auf dem Finanzplatz Schweiz gelegt.

Mit der Unterzeichnung eines bilateralen Swap-Abkommens und der Erteilung einer Yuan-Investitionsquote sind die Schweiz und China währungspolitisch Mitte Juli näher zusammengerückt. «Diese Zusammenarbeit unterstreicht die zunehmend enge Beziehung zwischen China und der Schweiz», sagte Thomas Jordan, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 4'770.00 0%)), in Hongkong nach seiner Arbeits- und Studienreise in China zu «Finanz und Wirtschaft».

Mit der zwischen der chinesischen Zentralbank, der PBoC, und der SNB abgeschlossenen Vereinbarung ist auf dem Finanzplatz Schweiz – ähnlich wie zuvor in Europa in London und Frankfurt – das Fundament für den Handel mit der chinesischen Landeswährung gelegt worden.

Chinesische Bank gesucht

Doch liegt nun der Ball auf der Seite Pekings. Yuan-Geschäfte ausserhalb Chinas müssen von einer chinesischen Bank abgewickelt werden. Bisher ist anders als in London, Frankfurt oder Luxemburg in der Schweiz noch kein chinesisches Finanzinstitut mit voller Banklizenz präsent.

SNB-Chef Jordan ist überzeugt, dass für einen solchen Hub jetzt das Fundament gelegt sei und Zuversicht für die Etablierung einer chinesischen Bank in der Schweiz für das Renminbi-Clearing bestehe. Die Einschätzung teilt die Schweizerische Bankiervereinigung: «Die Erteilung einer Banklizenz wäre nun der nächste Schritt», sagte Sprecher Thomas Sutter.

An Treffen mit chinesischen Banken sei ein in diese Richtung gehendes Interesse klar zu erkennen gewesen. Namen oder ein Zeitfenster will Sutter allerdings nicht nennen. Ebenso bleibt unklar, welchen Standort eine chinesische Bank in der Schweiz allenfalls wählen wird.

Diversifikation für die SNB

Für die SNB geht das Währungsswap-Abkommen, dank dessen bei Bedarf Liquidität in Franken und Yuan in den entsprechenden Märkten bereitgestellt werden kann, indes über die Etablierung eines Yuan-Hubs in der Schweiz hinaus. Mit dem Abkommen würden die guten schweizerisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen weiter ausgebaut, meint Jordan. Mit der Erteilung einer Investitionsquote von 150 Mrd. Yuan (21 Mrd. $) kann die SNB auch ihre Währungsreserven weiter diversifizieren.

Die Frage stellt sich dabei, ob der Kauf chinesischer Anleihen ein Zeichen dafür sei, dass die chinesische Landeswährung in den Augen der SNB den Status einer neuen globalen Ankerwährung erhalte. Jordan anerkennt, dass die Währung einer Volkswirtschaft von der Grösse Chinas auf dem globalen Finanzmarkt unweigerlich auch eine sehr wichtige Rolle spiele.«Doch solange der Renminbi nicht frei konvertierbar ist, hält sich seine Rolle als internationale Reservewährung naturgemäss auch in einem beschränktem Rahmen.»

Dass die SNB dank der Vereinbarung mit der People’s Bank of China jetzt die Möglichkeit habe, ihre Reserven in eine weitere Währung zu diversifizieren, sieht er als eine seit langem verfolgte Strategie der SNB.