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SNB: Maechler sieht Implikationen für SNB durch Digitalisierung

Gemäss Maechler hat die Bedeutung des bargeldlosen Bezahlens zugenommen. Somit steigt auch das Tempo bei der Einführung neuer Bezahllösungen.

(AWP) Die durch die Covid-Pandemie beschleunigte Digitalisierung hat auch Auswirkungen auf die Schweizerische Nationalbank. Für SNB-Direktorin Andréa Maechler stehen dabei die Trends zum mobilen und kontaktlosen Bezahlen sowie die steigende Datenmenge im Zusammenhang mit der Automatisierung unter Nutzung künstlicher Intelligenz im Vordergrund.

«Die Pandemie hat sowohl das Einkaufen über das Internet als auch das kontaktlose Zahlen beim Detailhändler gepusht», sagte Maechler am Donnerstag am virtuell abgehaltenen jährlichen Geldmarkt-Apéro der SNB (SNBN 5'100.00 -0.39%). Bargeld bleibe in der Schweiz zwar wichtig, die Bedeutung des bargeldlosen Bezahlens habe aber zugenommen. Die SNB habe dazu eine Studie gestartet, deren Ergebnisse im Sommer 2021 präsentiert werden sollen.

Für die SNB sei dies insofern wichtig, als die Ermöglichung und die Absicherung von bargeldlosen Zahlungen zu ihren statutarischen Aufgaben gehöre. Mit der Digitalisierung steigt laut Maechler das Tempo bei der Einführung neuer Bezahllösungen, was wiederum ein verstärktes Interesse der Zentralbanken für die Transsaktionen im Detailhandel nach sich zieht.

Die SNB habe Innovationen bei den Zahlsystemem immer unterstützt. Für die Zukunft sei es wichtig, die Systeme weiter auszubauen und zu verfeinern, ohne Kompromisse bei der Sicherheit zu machen. Deshalb sei auch das System der SIC (Swiss Interbank Clearing) stetig modernisiert und der Zugang dazu verbreitert worden.

Lösungen müssen aus Privatwirtschaft kommen

Die SNB sei gegenüber dem globalen Trend hin zu Sofortzahlungen aufgeschlossen. Die spezifischen Zahlungslösungen müssten aber von der Privatwirtschaft erschaffen werden. Unzweifelhaft werde dabei die Landschaft im Zahlungsverkehr durch die Digitalisierung umgepflügt.

Ein weiteres wichtiges Themenfeld für die SNB angesichts der voranschreitenden Digitalisierung der Wirtschaftswelt sind die zunehmenden Risiken durch Cyberattacken. «Die zunehmende Abhängigkeit von IT-Systemen erhöht die operativen Risiken», so Maechler. Weltweit hätten die Angriffe von Cyber-Kriminellen seit Beginn der Pandemie insbesondere im Finanzsektor zugenommen. Für die Finanzbranche sei deshalb die Minderung der Cyber-Risiken und die Steigerung der Widerstandskraft besonders wichtig.

Die einzelnen Finanzinstitute stünden dabei jeweils selber in der Verantwortung, die SNB unterstütze diese aber innerhalb ihres Mandates. So sei die Nationalbank etwa am Projekt FS-ISAC (Financial Sector Information Sharing and Analysis Centre) beteiligt.

Ausserdem entwickle die SNB gemeinsam mit der Börsenbetreiberin SIX Group das so genannte «Secure Swiss Finance Network» (SSFN). Dieses soll die Sicherheit der Verbindungen zum SIC-System und zu weiteren Infrastrukturteilen des hiesigen Finanzplatzes erhöhen und insgesamt widerstandsföhiger machen.