Märkte / Devisen

SNB interveniert weiterhin

Der Eurokurs steigt zum Dollar und sinkt zum Franken. Die Sichtguthaben bei der SNB steigen im Vergleich zur Vorwoche.

(AWP) Der Kurs des Euro ist am Dienstag etwas gestiegen. Am Vormittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1.0930 $ gehandelt, nachdem der Kurs in der Nacht nur knapp über 1.09 $ gestanden hatte. Marktbeobachter verwiesen auf eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten, die auch dem Euro etwas Auftrieb verleihen konnte.

Zum Schweizer Franken sank die Gemeinschaftswährung minim auf 1,0548 Fr., nachdem sie am frühen Dienstagmorgen noch bei 1,0559 Fr. gehandelt wurde. Die US-Währung schwächte sich damit ab auf 0,9649 Fr., nachdem sie am Vorabend noch bei 0,9668 über den Tisch gegangen war.

Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 5200 -0.38%)) sind in der vergangenen Woche gestiegen. Die Einlagen von Bund und Banken lagen am 10. April bei 634,1 Mrd. Fr. nach 627,2 Mrd. in der Woche davor, wie die SNB am Dienstag mitteilte. Das ist ein Anstieg um rund 6,9 Mrd. Fr. Auf die Giroguthaben inländischer Banken entfielen Ende letzter Woche 552 Mrd. Fr.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Die Aktienmärkte in Deutschland und Europa sind mit Aufschlägen in den Handelstag gestartet, nachdem sich bereits in Asien Kursgewinne gezeigt hatten. Daten zum chinesischen Aussenhandel waren am Morgen nicht so schwach wie befürchtet ausgefallen und gaben den Märkten daher Auftrieb. Wegen der Corona-Krise waren die chinesischen Exporte im März zwar gefallen, aber bei weiterem nicht so stark wie Analysten befürchtet hatten. Auch in den USA deutet sich ein freundlicher Start in den Dienstagshandel an.

Wenig angetan waren Marktbeobachter hingegen von den zuletzt getroffenen Beschlüssen der Eurogruppe, die die Entscheidung über die Einführung von sogenannten Corona-Bonds an die Staats- und Regierungschefs weiterreichten. Der steigende Eurokurs sei eher einer «Risk-On-Stimmung» geschuldet, als der Attraktivität der Gemeinschaftswährung, erklärte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte der Commerzbank (CBK 4.783 -0.29%).

Zu den Gewinnern zählten ausserdem Währungen von Ländern, deren Wirtschaft von der Entwicklung der Rohstoffpreise abhängig sind. Eine Erholung der Preise an Rohstoffmärkten stützte am Vormittag unter anderem den Kurs des australischen Dollar und der norwegischen Krone.