Märkte / Devisen

SNB interveniert nur noch wenig am Devisenmarkt

Die SNB hat im Verlauf des ersten Quartals nur noch minimal am Devisenmarkt mitgewirkt. Grund dafür ist der immer noch zu hoch bewertete Franken.

(AWP) Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 5'580.00 -0.36%)) hat im ersten Quartal 2021 ihre Devisenkäufe zur Schwächung des Schweizer Frankens stark zurückgefahren. Von Januar bis März beliefen sich die Interventionen der SNB gerade noch auf 296 Mio. Fr., wie einer am Mittwoch publizierten SNB-Statistik zu entnehmen ist.

Im vierten Quartal 2020 hatte die Nationalbank noch insgesamt 8,7 Mrd. Fr. für Devisenmarkt-Interventionen in die Hand genommen. Im Gesamtjahr 2020 hatte die SNB im Umfeld der Corona-Pandemie sogar so stark wie noch nie seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses interveniert und Fremdwährungen für fast 110 Mrd. Fr. gekauft.

Sicherer Hafen nicht gefragt

Mit der Erholung der Weltwirtschaft und der positiven Börsenentwicklung sei der Franken nicht mehr als «sicherer Hafen» gefragt und die Zuflüsse hätten sich entsprechend verringert, kommentierte Chefökonom Karsten Junius von der Bank J. Safra Sarasin. Mit Niveaus um 1,10 Fr. notiert der Euro laut Junius wieder weit weg von der Schwelle von 1,05 Fr., welche die SNB im vergangenen Jahr mit aller Macht verteidigt habe.

Die SNB hatte zuletzt Mitte Juni an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung erneut ihre Absicht bekräftigt, bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt zu intervenieren. Die Nationalbank sehe den Franken als nach wie vor «hoch bewertet» an, hiess es damals.

Für Ökonom Junius ist das Bild allerdings weniger eindeutig: Die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr könnte auch einen stärkeren Franken rechtfertigen, meint er. Insgesamt erwartet er aber auch im laufenden und im kommenden Quartal nur niedrige SNB-Interventionen und einen stabilen Wechselkurs. Mittelfristig werde der Franken wohl aber eher auf- als abwerten.