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SNB: Niedrige Inflation verzögert Zinswende

Eine Zinserhöhung der EZB gäbe auch der Schweizerischen Nationalbank wieder mehr Spielraum. Doch ohne Inflationsdruck hat sie keine Eile, die Negativzinsära zu beenden.

Negativzinsen forever. Dieses Motto galt bis vor kurzem mit Blick auf den Frankengeldmarkt, weil sich angesichts der Pandemie niemand eine baldige Straffung der Geldpolitik in Europa vorstellen konnte. Das aber beginnt sich zu ändern. Immer mehr Marktteilnehmer rechnen bereits für Ende Jahr mit einer Erhöhung der Leitzinsen in der Eurozone, auch wenn die Währungshüter in Frankfurt noch nichts Konkretes in diese Richtung gesagt haben.

Seit etwas mehr als zwei Jahren liegt der massgebliche Einlagezins, zu dem die Banken bei der EZB Geld parkieren können, bei –0,5%. In der Schweiz liegt der Leitzins seit 2015 bei –0,75%. Das heisst, für Frankengiroguthaben bei der SNB bezahlen die Banken einen noch höheren Strafzins.

Mittel gegen Aufwertungsdruck

Die Wahrung der Zinsdifferenz hat die SNB immer wieder als bedeutendes Element der Geldpolitik erwähnt. Wären die Zinsen in der Schweiz höher und damit weniger negativ als in der Eurozone, wäre der Franken noch attraktiver, und der Euro-Franken-Kurs käme wohl noch stärker unter Druck.

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