Märkte / Devisen

SNB schwächt den Franken erneut

Die wöchentlichen Sichtguthaben der Banken bei der SNB signalisieren, dass sie ihre Devisenmarktinterventionen fortgesetzt hat.

Die Schweizerische Nationalbank stemmt sich gegen die Frankenaufwertung. Vergangene Woche sind die Sichtguthaben der Banken bei der SNB um 1,4 Mrd. Fr. gestiegen. Bewegungen dieser Art werten Währungsanalysten als Hinweis auf Devisenmarktinterventionen der Währungshüter. Die SNB selbst gibt keine Auskunft über laufende Eingriffe in den Markt.

Der jüngste Ausweis erhärtet den Verdacht, dass die Devisenkäufe resp. Frankenverkäufe schon länger anhalten. Denn bereits in der vorangegangenen Woche hatten sich die Sichteinlagen um 1,2 Mrd. Fr. erhöht. Die Schmerzgrenze für die Währungshüter dürfte überschritten worden sein, als der Euro zum Franken unter 1.08 Fr./€ gefallen ist. Kurzfristig hat es sich gelohnt, gegenzuhalten: Die Kursschwelle wurde erneut überwunden. Ende der Woche notierte der Wechselkurs 1.083 Fr./€.

Hartnäckiger als Anfang des Jahres

Bereits Anfang des Jahres war der Wechselkurs auf 1.07 Fr./€ gerutscht. Damals war an den Finanzmärkten die Risikoaversion gross. Denn die Coronapandemie blieb unkontrolliert, die Impfungen machten vor allem in Europa kaum Fortschritte, und viele Länder verordneten neue Lockdowns. Die SNB schritt aber nur sehr moderat ein. Insgesamt wendete sie damals knapp 300 Mio. Fr. auf, um den Franken gegen andere Devisen zu verkaufen. Die Lage entspannte sich bald, und der Kurs kehrte auf 1.11. Fr./€ zurück. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

Oliver Schmid 18.08.2021 - 09:10

Wäre ja mal interessant zu wissen, ob die SNB die riesigen Bond- und Aktienposition abgesichert hat. Bei steigenden Zinsen wird sie nämlich bei beiden Anlageklassen hohe Verlust einfahren. Das SNB Portfolio geht ja bald gegen die 1000 Mia. CHF wenn die Interventionen immer weitergehen.