Märkte / Makro 18:09 - 03.03.2017

SNB sieht sich für Wahlschocks gerüstet

Die bevorstehenden Wahlen in Europa bringen Unsicherheit mit sich. SNB-Präsident Thomas Jordan erklärt in einem Interview, wie sich die Nationalbank darauf vorbereitet.
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Aufwertung
Bewirkt einen grösseren Aussenwert der Währung, was Exporte verteuert und Importe vergünstigt.
Devisen
Auf ausländische Währung lautende und im Ausland zahlbare Geldforderungen, insbesondere Bankguthaben, Checks und Wechsel. Allgemein auch ein Sammelbegriff für ausländische Währungen.
Geldpolitik
Massnahmen, mit denen die Zentralbanken die Zinsen am Geldmarkt (Leitzinsen ) und damit die Geldversorgung eines Landes oder Währungsraums steuern. Die meisten Zentralbanken, so auch die Schweizerische Nationalbank , sind bestrebt, die Preise stabil zu halten (vgl. Inflation , Deflation ) und der Wirtschaft Wachstum zu ermöglichen (vgl. quantitative Lockerung ).
Notenbank
Volkswirtschaftliche Institution, die für die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld zuständig ist. Gleichzeitig soll sie Geldwertstabilität und je nach Statut Vollbeschäftigung sowie angemessenes Wirtschaftswachstum herstellen. In der Schweiz ist dies die SNB .
SNB
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .
Schweizerische Nationalbank
1907 gegründete Notenbank der Schweiz. Ihr Auftrag gemäss Nationalbankgesetz NBG ist, eine dem Gesamtinteresse des Landes dienliche Geldpolitik zu betreiben und insbesondere die Preisstabilität zu bewahren. Ausserdem hat sie zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Die SNB versorgt den Geldmarkt und damit das Finanzsystem über Repogeschäfte mit Liquidität, gewährleistet die Bargeldversorgung, verwaltet die Währungsreserven , vertritt die Schweiz zusammen mit dem Bund im IWF sowie in der Weltbank und fungiert als Hausbank der Eidgenossenschaft. Die SNB ist als spezialgesetzliche AG organisiert und an der SIX kotiert. Die Kantone halten die Mehrheit der Aktien , die Rechte der wenigen Privataktionäre werden auch vom NBG stark beschnitten, das z. B. die Höhe der Dividende limitiert. Organe der SNB sind der elfköpfige Bankrat als eine Art VR , das für die Geldpolitik verantwortliche ausführende dreiköpfige Direktorium als Geschäftsleitung , die GV und die Revisionsstelle .

(Reuters) Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 1672 0.54%)) stellt sich angesichts der bevorstehenden Wahlen in Europa auf eine steigende Verunsicherung von Investoren und eine mögliche Aufwertung des Frankens ein.

«Wir sehen eine deutliche Zunahme der politischen Risiken. Wichtige Wahlen in Frankreich und Deutschland stehen an, die politische Entwicklung in Italien ist unklar», sagte SNB-Präsident Thomas Jordan der «Schweiz am Wochenende» laut Vorabbericht.

Zudem sei die künftige Wirtschafts- und Handelspolitik der neuen US-Regierung ungewiss. «Solche Phasen erhöhter politischer Unsicherheit sind für uns immer heikel, da die Schweiz verstärkt als sicherer Hafen betrachtet wird.» Wenn der Franken steigt, macht das jedoch Schweizer Waren im Ausland teuer und bremst somit die Exporte und die Wirtschaft der Alpenrepublik – ein Szenario, das die SNB verhindern will.

Die Notenbank habe mit Negativzinsen und Interventionen am Devisenmarkt die geeigneten Mittel, um einen Höhenflug des Frankens zu verhindern, sagte Jordan. Mit Negativzinsen von minus 0,75% will die SNB den Franken für Investoren unattraktiv machen. Zudem kauft sie bei Bedarf mit zuvor selbstgedruckten Franken am Devisenmarkt Euro oder Dollar – um damit den aus ihrer Sicht deutlich überbewerteten Franken zu schwächen.

«Wir haben bei unseren Instrumenten noch genug Spielraum, um auf weitere Schocks zu reagieren», sagte Jordan. «Wir sehen derzeit keinen Grund zur Anpassung unserer Geldpolitik.» Das Ergebnis ihrer nächsten vierteljährlichen Zinssitzung gibt die SNB am 16. März bekannt.

Jordan wehrte sich gegen den Vorwurf aus den USA, die Schweiz wolle sich mit ihren Interventionen für einen schwächeren Franken unfaire Vorteile im Exportwettbewerb verschaffen. «Wenn wir intervenieren, tun wir das nicht, um der Schweiz Vorteile durch eine unterbewertete Währung zu verschaffen», sagte er. Dies werde von internationalen Organisationen auch anerkannt.

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