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Märkte / Makro

SNB sieht sich für Wahlschocks gerüstet

Die bevorstehenden Wahlen in Europa bringen Unsicherheit mit sich. SNB-Präsident Thomas Jordan erklärt in einem Interview, wie sich die Nationalbank darauf vorbereitet.

(Reuters) Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 1975 1.54%)) stellt sich angesichts der bevorstehenden Wahlen in Europa auf eine steigende Verunsicherung von Investoren und eine mögliche Aufwertung des Frankens ein.

«Wir sehen eine deutliche Zunahme der politischen Risiken. Wichtige Wahlen in Frankreich und Deutschland stehen an, die politische Entwicklung in Italien ist unklar», sagte SNB-Präsident Thomas Jordan der «Schweiz am Wochenende» laut Vorabbericht.

Zudem sei die künftige Wirtschafts- und Handelspolitik der neuen US-Regierung ungewiss. «Solche Phasen erhöhter politischer Unsicherheit sind für uns immer heikel, da die Schweiz verstärkt als sicherer Hafen betrachtet wird.» Wenn der Franken steigt, macht das jedoch Schweizer Waren im Ausland teuer und bremst somit die Exporte und die Wirtschaft der Alpenrepublik – ein Szenario, das die SNB verhindern will.

Die Notenbank habe mit Negativzinsen und Interventionen am Devisenmarkt die geeigneten Mittel, um einen Höhenflug des Frankens zu verhindern, sagte Jordan. Mit Negativzinsen von minus 0,75% will die SNB den Franken für Investoren unattraktiv machen. Zudem kauft sie bei Bedarf mit zuvor selbstgedruckten Franken am Devisenmarkt Euro oder Dollar – um damit den aus ihrer Sicht deutlich überbewerteten Franken zu schwächen.

«Wir haben bei unseren Instrumenten noch genug Spielraum, um auf weitere Schocks zu reagieren», sagte Jordan. «Wir sehen derzeit keinen Grund zur Anpassung unserer Geldpolitik.» Das Ergebnis ihrer nächsten vierteljährlichen Zinssitzung gibt die SNB am 16. März bekannt.

Jordan wehrte sich gegen den Vorwurf aus den USA, die Schweiz wolle sich mit ihren Interventionen für einen schwächeren Franken unfaire Vorteile im Exportwettbewerb verschaffen. «Wenn wir intervenieren, tun wir das nicht, um der Schweiz Vorteile durch eine unterbewertete Währung zu verschaffen», sagte er. Dies werde von internationalen Organisationen auch anerkannt.