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SNB zur Straffung der Geldpolitik bereit

Die Schweizerische Nationalbank kündigt bei einer anziehenden Inflation eine Erhöhung der Zinsen an.

(AWP) Konkret hält sie sich einen solchen Schritt für den Fall vor, dass die Inflation mittelfristig nicht wieder auf das Zielband von 0% bis 2% zurückgeht. «Wir werden nicht zögern, unsere Geldpolitik zu straffen», sagte Andréa Maechler, Mitglied des Direktoriums der Notenbank, in einem Interview mit dem Westschweizer Magazin «Bilan» vom Montag. Im April erreichte die Inflation in der Schweiz bereits 2,5%.

Dynamik der Inflation entscheidend

Entscheidend sei aber weniger die Höhe der Inflation, sondern ihre Dynamik zu verstehen, so Maechler. Die grössten Treiber der Inflation seien derzeit die steigenden Preise für Rohstoffe, Energie und einige Nahrungsmittel sowie die Lieferverzögerungen wegen globaler Produktions- und Transportengpässe.

Für beide Inflationstreiber geht die SNB (SNBN 6'460.00 -1.82%) aber davon aus, dass sie nur von vorübergehender Natur sind. Entsprechend erwartet sie, dass sich der Inflationsdruck in den kommenden Quartalen normalisiert.

Inflation verglichen mit Ausland gering

Zudem sei die Inflation in der Schweiz nach wie vor viel niedriger als im Ausland, was unter anderem auf den starken Franken zurückzuführen sei, relativierte Maechler die Situation weiter. Sollte sich die Situation jedoch verschärfen, würde die SNB Maechler zufolge nicht zögern, ihre Geldpolitik zu straffen.

Dabei musste die SNB in den letzten Jahren noch regelmässig am Devisenmarkt intervenieren, um die Aufwertung des Frankens zu bremsen und eine potenzielle Deflation zu verhindern. Nun hat die Situation gedreht. «Da die Inflation in der Schweiz niedriger ist als im Ausland, kann die Schweizer Wirtschaft eine nominale Franken-Aufwertung tolerieren, ohne allzu grosse wirtschaftliche Auswirkungen», erklärte Maechler.

Zinsanstieg könnte Immobilienpreise korrigieren

Mit Blick auf den Immobilienmarkt geht sie derweil davon aus, dass ein deutlicher und schneller Anstieg der Zinsen eine Korrektur der Immobilienpreise auslösen könne. Wichtig sei dann allerdings, dass die Banken in der Lage seien, eine solche Korrektur zu absorbieren.

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