Unternehmen / Schweiz

So bändigt man «semiaggressive Alphatiere»

Nach dem «Fall Lachappelle» werden Stimmen laut, die Änderungen im Suchprozess für die höchsten Unternehmensposten fordern.

Nachdem sich Raiffeisen einen neuen Verwaltungsratspräsidenten (VRP) suchen muss, werden Forderungen nach einem gründlicheren Suchprozess aus der Headhunter-Branche laut. Der Ex-VRP der Bank, Guy Lachappelle, trat zurück, nachdem bekannt wurde, dass er – noch in seiner Zeit als CEO der Basler Kantonalbank – einer einstigen Geliebten, mit der er sich im Rechtsstreit befindet, potenziell kursrelevante Informationen weitergab.

Vor diesem Hintergrund müssten sich Headhunter einige Fragen stellen, sagt Werner Raschle, Inhaber von Consult&Pepper, einer von Dutzenden «Jägern» von Kandidaten für Topjobs bei Schweizer Unternehmen. «Wie der Fall Lachappelle und eine ganze Reihe weiterer Fälle zeigt, müssen regelmässig und eher zunehmend Topmanager nicht wegen fachlicher Kompetenz, sondern wegen Faktoren wie Seitensprüngen, Affären, Bordellbesuchen, nicht adäquatem Führungsstil, also wegen persönlichen Verhaltens, ausgetauscht werden», sagt Raschle.

Forderung nach «White Card»

Darum sollten ab einer gewissen Führungsstufe vor einer Anstellung das persönliche Umfeld und Verhalten, sprich die charakterlichen Eigenschaften eines Bewerbers untersucht werden können. Der Bewerber müsse gemäss Raschle deshalb eine sogenannte «White Card» erteilen, damit der Headhunter Referenzen ohne Rücksprache einholen darf.

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