Unternehmen / Finanz

«So ein Betrug braucht Komplizen»

Peter Leibfried, Accounting-Professor, glaubt, bei Wirecard könnte es Mittäter bei Banken, Revisoren oder Drittfirmen geben.

Monica Hegglin und Thorsten Riedl

Auch wenn Kontrollen versagt haben dürften: Ohne ein Netz von Komplizen ist ein Betrug in den Dimensionen von Wirecard nicht möglich. Dies sagt Peter Leibfried, Professor für Wirtschaftsprüfung und Rechnungslegung an der Universität St. Gallen.

Herr Leibfried, wie konnte der Wirecard-­Betrug so lange unentdeckt bleiben?
Man kann nicht einfach 2 Mrd. € klauen oder erfinden. Ein Betrug dieser Grös­senordnung braucht ein Netz von Kom­plizen, möglicherweise auch ausserhalb des Unternehmens, beispielsweise bei Banken, Drittfirmen oder Revisoren. Dann kann es schon eine Weile dauern, bis die Sache auffliegt. 
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Leser-Kommentare

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Andreas Ochsenbein 05.07.2020 - 23:46
Die einfache Frage, ob Screenshots als Bestätigung für das Vorhandensein von 1.9 Milliarden genügen könnten, mochte Prof. Leibfried nicht mit Ja oder Nein beantworten. Die Folgefragen beantwortete er unvollständig. Saldobestätigungen genügen bei Treuhandkonten natürlich nicht. EY hätte auch die Geldflüsse prüfen müssen, welche zu den angeblichen Salden geführt hatten. Das führt zu zwei einfachen Fragen: Wie ist es möglich, dass… Weiterlesen »