Die Qualität der Strassen – einschliesslich der Brücken – ist ein wichtiger Faktor in der Qualität der gesamten Infrastruktur einer Volkswirtschaft. Der Global Competitiveness Report  des WEF, des World Economic Forum, kalkuliert die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes anhand von zwölf Säulen. Eine davon ist die Infrastruktur. Hierfür ist einer der Faktoren eben der Zustand des Strassennetzes. Dieser wird erfasst anhand von Umfragen in der Wirtschaftswelt; dabei ist 1 die niedrigste, 7 die höchste Einstufung. Das ist zwar nicht Tiefbauingenieurwissenschaft, doch es vermittelt ein plausibles Bild. Es erstaunt kaum, dass die Emirate, Singapur und die Schweiz die Rangierung anführen, mit Werten klar über 6. Deutschland, dem Versäumnisse in der Infrastrukturpflege nachgesagt werden, rangiert mit nur 5,5 auf Platz 15, immerhin deutlich vor dem Vereinigten Königreich mit 5,1 Punkten (Platz 27). Italien, dieser Tage wegen des Brückencrashs in Genua in den Schlagzeilen, bringt es mit 4,5 nur auf Platz 45, u. a. hinter China und nicht weit vor Südafrika oder Indien. Brasilien als grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas kriegt mit 3,1 schlechte Noten und ist von den 137 untersuchten Ländern nur auf dem 103. Rang. Miese Zensuren kriegen Russlands Strassen (2,9) – die nach Weltgeltung strebende Nuklearmacht figuriert auf Rang 114 (übrigens knapp hinter Burundi und Benin). Schlusslicht ist Mauretanien.