Märkte / Makro

«So viel Zeit verloren»

Andreas Höfert, Chefökonom der UBS, spricht mit der «Finanz und Wirtschaft» über die Herausforderungen der Eurokrise.

Herr Höfert, wie beurteilen Sie die Deviseninterventionen der Schweizerischen Nationalbank?
Sie zeigen, wie gross der Aufwertungsdruck auf den Franken wegen der Eurokrise ist. Im Mai musste sie 60 Mrd. Fr. ­aufwenden, um 1.20 Fr./€ zu verteidigen.

Wie interveniert sie?
Dazu ist wenig bekannt. Sie macht das wohl vor allem über Swap-Geschäfte. Wenn sie Euro kauft, tauscht sie sie anschliessend zum Teil in andere Währungen, um zu diversifizieren.

Bürdet die SNB mit dem Mindestkurs der Schweiz zu grosse Risiken auf?
Die Stimmen, die das behaupten, sind die gleichen, die früher gefordert hatten, man solle intervenieren. Würden die 1.20 aufgegeben, würde sich der Franken massiv aufwerten. Dann würde erneut von der SNB verlangt, dagegen einzuschreiten. Nur wäre dann die Glaubwürdigkeit ver­loren, und es wäre viel schwieriger, den Markt zu disziplinieren.

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