Unternehmen / Ausland

Softbank schreibt tiefrote Zahlen

Der japanische Technologieinvestor erleidet wegen der anhaltenden Talfahrt der Technologiewerte einen markanten Einbruch.

(Reuters) Die Talfahrt der Technologiewerte rund um den Globus hat den weltgrössten Technologieinvestor Softbank (SFTBY 20.22 +1.94%) tief in die roten Zahlen gedrückt. Im Geschäftsjahr 2021/22 zu Ende März sei ein Verlust in Höhe von 12,5 Mrd. € (1,7 Bio. Yen) angefallen nach einem Rekordgewinn von 36,7 Mrd. € im Vorjahreszeitraum, teilte der japanische Konzern am Donnerstag mit. Für den Einbruch sorgte vor allem der die Geschäftsaktivitäten dominierende 100 Mrd. $ schwere Vision Fund, der allein auf einen Fehlbetrag von zuvor nie erreichten fast 25 Mrd. € kam. Die Anteilsscheine der grössten Softbank-Investments – des Fahrdienstvermittlers Didi, des Online-Händlers Coupang wie auch des Uber-Konkurrenten Grab und Alibaba (BABA 87.26 -0.49%) aus China – büssten im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich ein.

Der Milliarden-Verlust wirft einen Schatten auf die Strategie des 64-jährigen Firmengründers und -chefs Masayoshi Son, ausschliesslich auf Wachstumsunternehmen zu setzen. Diese sind angesichts steigender Zinsen an den Börsen gerade nicht mehr en vogue. Hinzu kommen Probleme bei nicht börsennotierten Technologiefirmen, deren Bewertungen ebenfalls massiv unter Druck stehen. Das macht sich vor allem beim zweiten 50 Mrd. $ schweren Vision Fund bemerkbar, der unter anderem Geld in das Berliner Solar-Startup Enpal, den Logistik-Dienstleister Forto und die E-Scooter-Firma Tier gesteckt hat. Ähnlich erging es jüngst auch Konkurrenten wie Tiger Global.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Japaner auch zum grössten Einzelaktionär bei der Deutschen Telekom hinter dem Bund aufgestiegen. Softbank will künftig enger mit dem Bonner Dax-Konzern zusammenarbeiten. Um an frisches Kapital zur Finanzierung des milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms zu kommen, hat das Unternehmen zuletzt auch Aktien der Telekom-Tochter T-Mobile an die Bonner verkauft. Für positive Schlagzeilen soll bald der Börsengang des US-Chipdesigners Arm sorgen, der nun doch nicht an Nvidia (NVDA 163.10 -4.75%) verkauft wird.

Leser-Kommentare