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Solarworld

Solarworld sieht sich gemäss Vorstandschef Frank Asbeck als Profiteur der Finanzkrise. In Anspielung auf den robusten Absatz von Dach-Solaranlagen sagte er zu einer Nachrichtenagentur: «Die Menschen investieren derzeit lieber in die eigene Dachsparkasse als in die Lehmans dieser Welt.» Der Umsatz im Januar sei höher als in der Vorjahresperiode ausgefallen. Dies deute auf eine intakte Investitionsbereitschaft hin. 2008 hat das Bonner Unternehmen den Umsatz im Rahmen der Prognose über 30% auf 900 Mio. € und das operative Ergebnis ebenfalls rund 30% auf 260 Mio. € verbessert. Der Gewinn stieg 33% auf 150 Mio. €. Die Dividende soll aber nur von 14 auf 15 Cent je Aktie erhöht werden. Trotz des offenbar guten Jahresauftakts wagt Solarworld keine Prognose für 2009. Ende Dezember war Asbeck noch von einem Ergebnis- und Gewinnplus zwischen 25 und 30% ausgegangen, hatte diese Aussage aber unter den Vorbehalt einer guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gestellt. Es scheint, dass im Hause Solarworld inzwischen mehr Realismus eingekehrt ist. Das ist auch angezeigt, denn die langen Jahre äusserst grosszügiger staatlicher Förderung führten zu Sorglosigkeit im Management, die in Selbstüberschätzung gipfelte: Im November bot Solarworld ernsthaft 1 Mrd. €, um die General-Motors-Tochter Opel zu kaufen. Sinkende Einspeisevergütungen und die – wie das Unternehmen jetzt einräumt – schwindende Nachfrage im Wafergeschäft trüben die Perspektiven. Für einen Einstieg ist es zu früh, weil noch unerkannte Risiken auftauchen könnten. Die Titel fielen am Freitag 6% auf 15.65 €; im Wochenvergleich verloren sie 10,6%. DM

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