Märkte / Emerging Markets

S&P stuft Brasilien auf Ramsch-Status herab

Die Ratingagentur Standard & Poor's schätzt die Kreditwürdigkeit der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas tiefer ein und senkt den Ausblick. Als Begründung nennt sie die zunehmende politische Krise.

(Reuters, PR) Brasilien muss in seinem Bemühen zur Stabilisierung der Wirtschaft einen schweren Rückschlag hinnehmen. Die Rating-Agentur S&P stufte am Mittwoch die Kreditwürdigkeit der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas auf «Ramsch»-Status herab und schloss zudem eine weitere Verschlechterung nicht aus. Die politischen Herausforderungen, vor denen Präsidentin Dilma Rousseff stehe, hätten zugenommen, hiess es zur Begründung. Rousseff versucht seit Monaten, das von einem Korruptionsskandal erschütterten Land aus der Rezession zu führen und ringt um das Vertrauen der Finanzmärkte.

S&P nahm das Kreditrating auf «BB+» von «BBB–» zurück. Damit verliert das Land von einer der grossen Ratingagenturen den Status «Investment-Grade», der für einige Investoren wichtig ist, weil sie nur Anleihen mit diesem Status erwerben beziehungsweise halten dürfen. Für Regierung und Unternehmen in Brasilien könnten sich neue Kredite nun weiter verteuern, da Geldgeber oft für ein schlechteres Rating einen höheren Risikoaufschlag verlangen. Zugleich setzte S&P den Ausblick auf negativ und deutete damit die Möglichkeit einer weiteren Abstufung in naher Zukunft an. Beobachter erwarten, dass die Herabstufung die brasilianischen Finanzmärkte am Donnerstag hart treffen wird. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?