Unternehmen / Ausland

Spanien ermittelt gegen chinesische Bank ICBC

Wegen Verdacht auf Geldwäsche hat Spanien die Ermittlungen gegen die europäische Sparte der grössten chinesischen Bank aufgenommen.

(Reuters) Spanien hat Ermittlungen gegen die europäische Sparte der chinesischen Grossbank ICBC wegen des Verdachts auf Geldwäsche aufgenommen. Der Tochter mit Sitz in Luxemburg wird vorgeworfen, über die Niederlassung in Madrid Hunderte Mio. € nach China geschleust zu haben. Das oberste Gericht Spaniens gab am Montag den Ermittlern grünes Licht, um die Geschäfte am Europa-Hauptsitz in Luxemburg unter die Lupe zu nehmen. Richter Ismael Moreno wies ICBC Luxemburg an, einen Verantwortlichen und einen Anwalt zu benennen. ICBC Luxemburg sei über die Geschäfte in Spanien informiert gewesen. Dem Geldhaus droht eine Geldstrafe, die Beschlagnahmung von Vermögen oder die Schliessung.

Die Industrial and Commercial Bank of China ist die grösste Bank Chinas. Ein Sprecher von ICBCin Luxemburg war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die spanische Polizei hatte vor anderthalb Jahren die Büroräume von ICBC in Madrid durchsucht, sieben Manager wurden festgenommen. Aus spanischen Justizkreisen hiess es zuletzt, dass zwischen 2011 und 2013 etwa 225 Mio. € von der Filiale in Madrid aus nach China transferiert wurden. Der grösste Teil des Geldes sei für kriminelle Vereinigungen bestimmt gewesen. Die Verantwortung für diese Geldwäscheaktivitäten erstrecke sich auch auf die Niederlassung in Luxemburg, erklärten die Richter nun. Zwischen 2011 und 2014 habe ICBC in Madrid keine Kredite oder Hypotheken ausgegeben. Die Aktivitäten der Bank in dieser Zeit hätten sich darauf beschränkt, Geld von kriminellen Gruppen einzunehmen und nach China zu bringen.

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