Meinungen

Spiel mit dem Feuer

Ein Handelskrieg ist kein Zuckerschlecken. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Keine Frage – die Forderung nach Schutz des geistigen Eigentums ist absolut richtig.»

Wenn schon, dann aber richtig. Nach diesem Motto geht Donald Trump im Handelskrieg vor, der diesen Namen mittlerweile auch verdient. Neue Zölle in Höhe von 200 Mrd. $ auf chinesische Waren hat der amerikanische Präsident mir nichts, dir nichts angekündigt. In Kraft treten sollen sie, falls China keinen Rückzieher in Sachen Zöllen macht und zudem keine Hand bietet, wenn es um den Schutz des geistigen Eigentums von US-Unternehmen geht.

Viel Zeit bleibt nicht, um eine gütliche Einigung mit China zu finden. Ab 6. Juli gelten die ersten Zölle. Daneben laufen die Streitereien mit Europa, Kanada und dem Rest der Welt. Eine Lösung zeichnet sich nicht ab. China hat klar gemacht, dass Trumps Vorstoss gekontert wird. Für die Weltwirtschaft und deren Wachstum sind das ganz schlechte Nachrichten.

Keine Frage – die Forderung nach Schutz des geistigen Eigentums ist absolut richtig. China bedient sich noch immer schamlos wie am All-you-can-eat-Buffet. Das kann nicht ewig weiter gehen. Ohne harte Massnahmen bzw. deren Androhung wird sich wenig ändern. Doch das Kräftemessen Amerikas mit Verbündeten und Konkurrenten ist ein Spiel mit dem Feuer.

Sofern sich alle Parteien stur stellen und der Konflikt weiter eskaliert, wird die gesamte Weltwirtschaft unter den von den USA initiierten Massnahmen leiden. Strafzölle wären möglicherweise erst der Anfang eines schmerzhaften Schlagabtauschs. Währungskrieg, Zurückhaltung im Kauf von Treasuries, weniger Direktinvestitionen in den betroffenen Ländern und Quotenregelungen sind weitere Beispiele. Kein Zuckerschlecken, für niemanden. Wie gesagt. Ein Spiel mit dem Feuer. Die Gefahr, sich zu verbrennen ist hoch – zu hoch.