Unternehmen / Ausland

Sportradar-CEO: «Müssen mit Unterbewertung leben»

Carsten Koerl, CEO von Sportradar, spricht zum Kursverlauf seit dem IPO in New York und zu den Plänen am Wachstumsmarkt USA.

Die Investoren und das grosse Geschäft sind in den USA, die Schaltzentrale ist in der Schweiz. Für ­jemanden, der berufsbedingt trotz Coronabeschränkungen laufend Atlantikflüge in Kauf nehmen muss, ist Sportradar-CEO Carsten Koerl sehr guter Dinge. FuW hat den energetischen Chef des Sport- und Wettdatenanbieters aus St. Gallen an der Gründermesse Noah in Zürich getroffen.

Herr Koerl, seit dem IPO hat der Kurs von Sportradar knapp ein Drittel verloren. Die Kursentwicklung war trotz guter Zahlen im dritten Quartal weiter negativ, warum?
Wir haben zwar die Analystenerwartungen übertroffen, aber ich muss die Märkte so akzeptieren, wie sie sind. Wir haben beim Wettgeschäft allein seit Jahresbeginn 227 Mio. € Umsatz und eine bereinigte Ebitda-Marge von über 50% erzielt. Auch beim Audio­visual-Geschäft haben wir den Umsatz seit Jahresbeginn 30% gesteigert und eine Gewinnmarge erzielt, die uns keiner zugetraut hatte. In den Vereinigten Staaten müssen wir uns natürlich beweisen. Dort funktioniert sicher alles ein wenig anders als in Europa, aber irgendwo gibt es eine gemeinsame Bewertungsgrundlage: Der Markt sagt derzeit, das Kerngeschäft ist profitabel, und den Rest bewerten wir nicht. So kommt mir das vor. Das führt zu einer starken Unterbewertung, aber damit müssen wir leben.

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