Meinungen

Spreu und Weizen

Es wird immer wichtiger, genau die richtigen Aktien auszuwählen. Der Blick auf den Dow Jones Industrial. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Jan Schwalbe.

«Im Dow gibt es einige Perlen, denen ich in den nächsten sechs Monaten mehr zutraue als dem Index.»

Keine Frage: Es wird wichtiger, in genau die richtigen Aktien zu investieren. Das gilt nicht nur für kleinere Titel, sondern auch für die Schwergewichte an der Börse. Dass sich die Spreu immer mehr vom Weizen trennt, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der dreissig Blue Chips des Dow Jones Industrial.

Die besten Performer seit Anfang Jahr? Goldman Sachs mit einem Plus von 54%, dicht gefolgt von Microsoft mit 41%, American Express mit 46% und Home Depot mit 39%. Am Tabellenende dümpeln Verizon Communications (–11%), Amgen (–7%) und Walt Disney (–3%) vor sich hin. Was das für die Anleger heisst? Sollen sie in den Top-Titeln Gewinn mitnehmen und auf die Nachzügler setzen? Ganz so einfach ist die Antwort nicht. Hier ist eine Einzelanalyse unumgänglich.

Für mich gibt es innerhalb des Dow einige Perlen, denen ich in den nächsten sechs Monaten mehr zutraue als dem Index. Intel beispielsweise werden unterschätzt. Das Unternehmen ist bisher den Beweis schuldig geblieben, dass es den Turnaround schafft. Das hat sich nach dem dritten Quartal gezeigt, als die Valoren erneut unter Druck gerieten. Viele Analysten sind skeptisch. Doch ich baue darauf, dass es dem Chipproduzenten gelingt, das Gegenteil zu beweisen, auch wenn der Weg dorthin steinig ist.

Ebenfalls unterbewertet scheinen mir Caterpillar. Trotz der Anstrengungen in den USA und im Rest der Welt, die Infrastruktur aus- bzw. aufzubauen, handeln sie über 10% schwächer als Ende Mai. Zu Unrecht. Last but not least die Papiere des Mischkonzerns 3M. Der Dividendenkönig leidet unter ein paar rechtlichen Problemen. Das ist im Preis jedoch berücksichtigt, und der Weg zeigt nach oben.

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.
Jo Fe 09.11.2021 - 22:55

„Hier ist eine Einzelanalyse unumgänglich„ – genau eine solche fundierte Analyse wäre für den F&W Leser interessant und willkommen,

Josef Reust Reust 10.11.2021 - 04:42

Ja, für mich insbesondere eine Einzelanalyse von Visa, dessen für dieses Kartenunternehmen ungewöhnlich schwacher Kursverlauf in diesem Jahr wie jener von Mastercard auch fundamentale Fragen aufwirft.