Die gesamten Ausgaben der öffentlichen Haushalte der Schweiz entwickeln sich in der längerfristigen Perspektive weitgehend im Gleichschritt mit dem Bruttoinlandprodukt. Nach einzelnen Staatsebenen ergeben sich allerdings erhebliche Unterschiede. Während die Ausgaben der Gemeinden seit 1995 lediglich 48,5% gewachsen sind, sind diejenigen des Bundes 73,1% und diejenigen der Kantone gar 83,4% gestiegen. Insgesamt ergibt das 65,8% Wachstum. Aufgeschlüsselt nach Aufgabenbereichen (gemäss der Klassifikation der Vereinten Nationen) ergeben sich noch wesentlich grössere Unterschiede. Von 1995 bis 2017 waren die Ausgaben eines einzigen Bereichs absolut rückläufig: Der Verteidigungsetat schrumpfte 13,6% auf noch 5,5 Mrd. Fr. Die höchsten Zuwachsraten erreichten die Bereiche Wohnungswesen, öffentliche Einrichtungen mit 128,1% (allerdings ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau) und das Gesundheitswesen mit 122,9%. Dahinter folgte – mit einem immer noch weit überdurchschnittlichen Plus von 83,2% – der mit Abstand grösste Aufgabenbereich, der Sozialschutz. Er absorbierte mit gut 90 Mrd. Fr. knapp 40% der Ausgaben von insgesamt 228,3 Mrd. Fr. Addiert man auch das Gesundheitswesen zum Sozialen, entsteht ein Ausgabenanteil von gar 46% – Tendenz steil wachsend. Vom immer wieder behaupteten Sozialabbau kann somit nachweislich keine Rede sein.