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Staatsfonds wechseln die Seite

Lange traten Sovereign Wealth Funds als Käufer von Aktien und Anleihen auf. Nun dürfte die Liquidierung ihrer Assets den Verkaufsdruck im Markt verschärfen.

Zwar haben sich die Energiepreise von ihren Tiefst gelöst. Dennoch bleiben die Aussichten vieler erdölproduzierender Länder trübe. Dass die Petrodollar nicht mehr sprudeln, zieht indirekt auch die Börsen in Mitleidenschaft: Verstärkt sehen sich Staatsfonds (Sovereign Wealth Funds, SWF) gezwungen, Assets zu liquidieren, um die angeschlagenen Staatsbudgets zu unterstützen. Diese Zwangsverkäufe dürften den Abwärtsdruck an den Aktien- und den Bondmärkten weiter erhöhen.

Die Schwäche kommt besonders ungelegen, da die Staatsfonds in den letzten Jahren aktiv als Käufer aufgetreten sind. Innerhalb von zehn Jahren hat sich ihr Vermögen auf rund 7,2 Bio. $ vervierfacht – wovon in etwa die Hälfte aus Öl- und Gaseinnahmen stammt. Gemäss einer Analyse von PricewaterhouseCoopers sind typischerweise zwischen 40 und 60% des Kapitals in kotierten Aktien angelegt, gefolgt von Bonds, Bargeld und einem geringeren Anteil alternativer Investments (Immobilien, Private Equity).

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Leser-Kommentare

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Jean Ackermann 22.03.2016 - 22:09
In diesem Artikel wird sehr auf Panik gemacht! Warum sollte der norwegische Staatsfond in grossem Ausmass Aktien verkaufen, wenn er doch auf den 900 Milliarden!! 4 bis 5% Rendite hat. Jeder intelligent denkende Anleger würde doch zuerst Dragi oder der Merkel, oder einem andern Politiker seine Schuldtitel zurückverkaufen, bevor die Zinsen steigen, denn nachher bekommt er weniger. Und ganz sicher,… Weiterlesen »