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Staatsverschuldung wird 2020 rasant auf neues Rekordhoch steigen

Der Internationale Währungsfonds veröffentlicht eine neue Prognose. Gemäss dieser wird die Staatsverschuldung dieses Jahr höher steigen als je zuvor.

(Reuters) Die Staatsverschuldung wird einer IWF-Prognose zufolge in diesem Jahr rasant steigen und ein Rekordhoch erreichen. Der Schuldenstand werde sich Ende 2020 voraussichtlich auf knapp 100% der Wirtschaftsleistung summieren, hiess es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zum Vergleich: 2019 waren es erst 83%. Der beispiellose Zuwachs geht auf die in der Coronavirus-Krise massiv gestiegenen Ausgaben bei parallel einbrechender Konjunktur zurück. Mittelfristig sind die Perspektiven aber nicht so schlecht. Laut IWF wird sich der Schuldenstand bis 2025 bei rund 100% stabilisieren.

Vor allem in reicheren Staaten haben die Regierungen mit massiven Hilfsprogrammen auf die Pandemie reagiert. Bis zum 11. September 2020 waren es laut IWF-Zählung 11,7 Billionen Dollar, was 12% der globalen Wirtschaftskraft entspricht. Das habe Leben gerettet, sei aber auch sehr kostspielig gewesen. Trotz der hohen Verschuldung rät der IWF, die Hilfen nicht zu früh zu beenden. Sie müssten mindestens 2021 noch fortgesetzt werden, um die erwartete Konjunkturerholung zu unterstützen. Viele Arbeiter seien noch erwerbslos, vor allem kleinere Firmen unter Druck und bis zu 90 Mio. Menschen würden dieses Jahr wahrscheinlich in extreme Armut abrutschen, so der IWF.

Der Währungsfonds empfiehlt trotz geringer Haushaltsspielräume mehr langfristig ausgerichtete Investitionen. Gesundheits- und Bildungssystems müssten dabei Priorität haben, ausserdem Digitalisierung und Klimaschutz. «Öffentliche Investitionen sind wie ein Beschleuniger für private Investitionen.» Bis zu 33 Mio. Jobs könnten so geschaffen werden. Regierungen müssten aber selektiver werden. Sie dürften «notwendigen Branchenumbrüchen» nicht im Weg stehen und nicht «alte Jobs» erhalten.

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