Diese Statue steht für Stamford Raffles. Er brachte im Januar 1819 die British East India Company in den Besitz der Insel Singapur, an der für Seehändler strategisch interessanten Lage vor der Südspitze der malaysischen Halbinsel. Aus Anlass des 200-Jahr-Jubiläums wurde die Statue so bemalt, dass sie mit dem Hintergrund eines Bankturms verschwimmt – als Trompe-l’oeil. Die Briten blieben bis 1963, als Malaysia mitsamt Singapur unabhängig wurde; zwei Jahre darauf machte sich die Insel selbständig. In der Zeit nicht einmal eines Menschenlebens hat sich Singapur seitdem von der «dritten» in die «erste» Welt hochgearbeitet, und dort ganz an die Spitze. Gemessen am Bruttoinlandprodukt pro Kopf liegt Singapur in den vordersten Rängen und gilt als Paradebeispiel eines erfolgreichen Stadtstaats, von umsichtigen Technokraten zielgerichtet geführt. Eine Demokratie nach westlicher Weise, mitsamt den üblichen Ineffizienzen, ist Singapur nicht, doch beileibe auch keine üble Despotie. Die 5,7 Mio. Singapurer, die auf der Fläche etwa des Kantons Graubünden wohnen, feiern heuer aus gutem Grund. Ihr Staat wird mithin auch «Switzerland of Asia» genannt. Wer weiss, vielleicht gibt’s dereinst ein «Singapore of Europe»? (Bild: Wallace Woon/EPA/Keystone)