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Stahlsparte verhagelt ThyssenKrupp das Ergebnis

Der Industriekonzern ist wegen des schwächelnden Stahlgeschäfts tief in die Verlustzone gerutscht. Die Aufzugssparte erweist sich dagegen als Ertragsperle.

(Reuters) Thyssenkrupp ist wegen des schwächelnden Stahlgeschäfts tief in die Verlustzone gerutscht und kämpft mit einer immer höheren Schuldenlast. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 sei ein Nettoverlust von 372 Mio. € angefallen nach einem Gewinn von 60 Mio. € im Vorjahreszeitraum, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Das Ergebnis sei neben dem operativen Geschäft von höheren Zinsaufwendungen für die auf über 7 Mrd. € gestiegenen Netto-Finanzschulden sowie Kosten für Restrukturierungen und dem Verkauf der Aufzugssparte belastet worden. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) schrumpfte auf 50 Mio. € nach 217 Mio. im Vorjahr zusammen, wobei die Stahlsparte einen Fehlbetrag von 164 Mio. einfuhr.

«Die aktuellen Zahlen können nicht begeistern», räumte Vorstandschefin Martina Merz ein. Sie sei aber überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Der Konzern verbessere seine Performance und komme auch bei den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über eine neue Strategie für die Stahlsparte voran.

Entscheidungen über Elevator-Transaktion stehen bevor

Derweil treibt Thyssenkrupp die Planungen für einen Verkauf oder Börsengang seiner Aufzugssparte voran. Der Konzern halte sich beide Optionen offen, sagte Finanzchef Johannes Dietsch am Donnerstag auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Derzeit sei man sehr damit beschäftigt, die stark konkurrierenden Kaufgebote zu prüfen. Der Konzern werde kurzfristig über weitere Schritte entscheiden. Im Fall eines Verkaufs sei es ein grosser Unterschied, ob ein Stratege oder Finanzinvestoren zum Zuge kämen. Ein Verkauf an einen Wettbewerber würde eine längere Kartellprüfung nach sich ziehen, sagte er mit Blick auf die Ambitionen des finnischen Wettbewerbers Kone (KNEBV 53.22 -1.26%). Die Aufzugssparte erwies sich im Quartal einmal mehr als Ertragsperle. Der operative Gewinn kletterte um 12% auf 228 Mio. €. Die Marge stieg um 0,5 Punkte auf 11,1%.

Im Geschäft mit Autoteilen konnte Thyssenkrupp etwas zulegen und im Grossanlagenbau die Verluste verringern. Überschattet wurde dies jedoch durch die Einbussen der Stahlsparte. Dieser machen die gesunkene Nachfrage der Automobilindustrie, der Preisdruck und höhere Rohstoffkosten zu schaffen. Thyssenkrupp will hier rund 2000 Jobs streichen, im gesamten Konzern sollen 6000 der rund 161’000 Stellen wegfallen.

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