Das ist Geld: Rai heissen die steinernen Donuts. Sie stehen zu Tausenden auf den Inselchen des Yap-Archipels, eines Teils der Föderation Mikronesien in den Weiten des Stillen Ozeans. Die grössten haben einen Durchmesser von vier Metern und wiegen mehr als fünf Tonnen. Wechselten sie, zu vorkolonialer Zeit, den Besitzer, blieben sie aus praktischen Gründen stehen – die Dorfältesten wussten, wem welcher Rai gehört. Die Geologie verrät, dass die Steine nicht von Yap kommen, sondern vom rund vierhundert Kilometer entfernten Palau herangeschifft wurden. Geld kann jede beliebige Form annehmen. Einst dienten etwa Muscheln, Schneckenhäuser, Kaffeebohnen, Tabak oder eben behauene Steine als Warengeld. Später prägte der Mensch Münzen, dann bedruckte er Zettel, deren Sachwert nicht einmal denjenigen eines immerhin dekorativen Rai erreicht (sofern man/frau über den Makel hinwegsehen will, dass nur Männer den Rai verwenden durften). Wie viel handfester wirkt doch so ein Rundling im Vergleich zum entkörperlichten Geld, das auf dem Bildschirm flüchtig aufflackert: bloss in Zahlen und Einheiten gefasstes Vertrauen, nichts weiter. Die Rais sind übrigens eine Touristenattraktion. Das ist Geld wert, auf Mikronesien Dollar. (Bild: imageBROKER/SeaTop/Keystone)