Viren, Bakterien, Bazillen: Wer hustet und niest, sondert «Käfer» ab, wie der Volksmund sagt. Das Gegenüber atmet sie ein und wird, vielleicht, krank davon. Der Gedanke daran raubt dem Kontakt mit Artgenossen, besonders zweisamer Nähe, den Charme. Diese Szene aus einer Netflix-Serie, die einen infektionssicheren College-Ball zeigt, wirkt in Zeiten des Coronavirus 2019-nCoV gar nicht so gekünstelt. In Asien ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes schon länger alltäglich. Wer auf dem Motorrad durch den Smog von Ho-Chi-Minh-Stadt tuckert, tut vielleicht gut daran. Zudem gehört es in China oder Japan für Erkältete und ernsthaft Erkrankte zum Ehrenkodex, andere vor dem eigenen Tröpfchenauswurf zu schützen. Die OP-Masken sind dort überall zu kaufen, nicht nur in chirurgischem Weiss, sondern auch bunt und mit ungezählten Sujets. Zudem: Nicht wenige tragen einen Mundschutz, obwohl sie selbst und alle rundherum kerngesund sind. In Korea gehört das offenbar zur Popmusik-Kultur, dem K-Pop. In Japan sollen Erhebungen zufolge 30% der Leute, die einen Mundschutz tragen, dies ohne medizinischen Anlass tun: Sie möchten, heisst es, ihre Gefühle verbergen und mysteriös wirken. Mysteriös, fürwahr. (Bild: Netflix)