Unternehmen / Gesundheit

Straumann wechselt 2020 den CEO

Der Zahnimplantathersteller plant die Nachfolge von Marco Gadola. Den Chefposten soll 2020 der Franzose Guillaume Daniellot übernehmen.

(AWP/AS) Die Straumann-Gruppe besetzt im Rahmen einer langfristigen Personalplanung den Posten des CEO neu. So soll der Franzosse Guillaume Daniellot 2020 die Nachfolge von Marco Gadola antreten. Gadola soll dann Verwaltungsrat des Unternehmens werden. An der Börse wird die Nachricht verhalten aufgenommen.

Ein entsprechender Vorschlag für einen Chefwechsel werde der nächsten Generalversammlung vorgelegt, teilte Straumann (STMN 833.6 0.46%) am Dienstag mit. Zu diesem Zeitpunkt heisst es, dass der Verwaltungsrat seit längerem an der Nachfolgeplanung arbeite, da Gadola den Wunsch geäussert habe, sein Amt 2020 abzugeben.

Der neue CEO ist seit 2007 dabei

Der 48-jährige Daniellot, derzeit Executive Vice President und Leiter der Region Nordamerika, stiess 2007 zu Straumann und ist seit fünf Jahren Mitglied der Geschäftsleitung. Seit drei Jahren leitet er das Nordamerikageschäft der Gruppe, das etwa 30% des Umsatzes erwirtschaftet. Zuvor leitete er die Region Westeuropa und das globale digitale Geschäft.

Gadola wurde Anfang 2013 zum CEO der Gruppe ernannt. Damals war das Unternehmen nur auf hochpreisige Produkte fokussiert. Ab 2013 wurde das Sortiment erheblich verbreitert.

Unter der operativen Führung des 55-jährigen Gadola hat Straumann während dieser Zeit den Umsatz verdoppelt, zum Teil durch Übernahmen. Margen und die Belegschaft entwickelten sich noch stärker als der Umsatz. In den ersten neun Monaten 2018 hat das Unternehmen den Umsatz aus eigener Kraft 18% gesteigert.

«Gadola war der Kopf»

Unter Analysten löste die Neuigkeit etwas Unsicherheit aus. «Gadola war der Kopf von Straumann, der die Unternehmenskultur transformiert, die Expansion in neue Märkte vorangetrieben und das Unternehmen bei Anlegern direkt und überzeugend vermarktet hat», schreibt Daniel Buchta von Vontobel (VONN 56.3 0.54%).

Lob erhält Gadola auch von der Zürcher Kantonalbank. Er habe Straumann zu einem breit abgestützten Unternehmen transformiert, das «vor Kraft und Wachstum strotzt». Entsprechend habe man gehofft, dass er länger auf dem CEO-Posten ausharre.

Immerhin sei positiv zu bewerten, dass ein interner Nachfolger für das Amt gefunden wurde, heisst es weiter. «Dank der langen Übergangsphase sollte ein problemloser Wechsel möglich sein», schreibt ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger, die ihr Rating bei «Übergewichten» belässt.

Ihr Kollege Buchta ergänzt: «Daniellot war Gadola unterstellt und kennt daher die Strategie und den Investment Case von Straumann gut.» Daher rechne er nicht mit strategischen Änderungen und bestätige sein «Buy»-Rating (Kursziel weiterhin 900 Fr.).

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