Unternehmen / Industrie

Streit um Stadler-Züge für Bayern hält an

Stadler Rail fürchtet Industriespionage. Ihre Züge für eine Strecke in Bayern sollen von einem russischen Konkurrenten gewartet werden.

Im September 2018 ist die Stimmung bei Stadler Rail gut: Ulf Braker, damals Geschäftsführer des Stadler-Werks Berlin, hat auf der Verkehrsmesse Innotrans soeben erfolgreich einen Vertrag abgeschlossen. Es geht um 22 Triebzüge des Modells Flirt, Stadlers Kassenschlager. Der Käufer: Go-Ahead, ein britisches Unternehmen, das künftig die Strecke zwischen München und Lindau am Bodensee betreiben soll.

Go-Ahead betreibt Bahnstrecken im Südosten Englands und ist der grösste Busanbieter Londons. Seit 2015 beteiligt sich die private Gesellschaft auch international an Streckenausschreibungen – durchaus erfolgreich. So fährt sie heute auch Busse in Singapur und Irland sowie Züge in Norwegen und eben Deutschland. Sie hat auch schon für andere Strecken Züge bei Stadler bestellt. Stadlers Werkleiter Ulf Braker spricht in der Mitteilung vom September 2018 von einer «partnerschaftlichen und guten Zusammenarbeit mit Go-Ahead». Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

Peter Martin Wigant 15.05.2021 - 01:53

Wenn es der Vertrag so sagt, dass begeht Go-Ahead Vertragsbruch. Stadler Rail sollte die Züge nicht ausliefern. Wenn Go-Ahead nicht einlenkt, kann für die Zugskompositionen ein anderer Käufer gesucht werden. Nachgeben wäre für Stadler Rail ein riskanter Präzedenzfall.