Es gibt vier Gründe, weshalb ich den D.270.2 gerne auf meiner Terrasse stehen hätte. Erstens: Er gefällt mir. Zweitens: Wenn man auf ihm sitzt, fühlt es sich an, als würde man an eine Alphütte anlehnen. Drittens: Er beansprucht wenig Platz. Und viertens: Er ist von Giò Ponti.

Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie anspruchsvoll es ist, einen bequemen Klappstuhl zu entwerfen, der schöne Proportionen aufweist. Da bei diesem Stuhltyp die Lehne gern als Verlängerung der Vorderbeine gestaltet wird, wirkt die Geometrie schnell sperrig.

Dass der D.270.2 trotz Klappeigenschaft so komfortabel und elegant ist, liegt an seiner ungewöhnlichen Sitzposition: Der Stuhl neigt sich weit nach hinten. Damit zwingt er seinen Besitzer, sich fallen zu lassen und anzulehnen. Die hohe und stabile Rückenlehne wirkt dabei wie ein Schutzschild, das die Welt dahinter ausblendet. Im Gegensatz dazu ist die Sitzfläche sehr kurz gestaltet und bietet viel Beinfreiheit. Der Blick ist nach vorn gerichtet, man fühlt sich frei, sicher und geborgen – und das auf einem Klappstuhl!

Der Klassiker des Mailänder Architekten und Designers Giovanni Ponti (1891–1979) aus dem Jahr 1970 wurde vor einem Jahr von Molteni & C wieder aufgelegt. Mein Favorit ist die Ausführung mit Eschengestell und Rattanbespannung. Und wenn ich dann einst im Spätherbst draussen auf meinem D.270.2 sitze und fröstle, klappe ich ihn einfach zu, trage ihn ins Haus und überwintere mit ihm vor dem Kaminfeuer.