Manchmal trifft man ganz unverhofft auf gutes Design. Zum Beispiel bei einer Pinkelpause in einer heruntergekommenen italienischen Spelunke. So geschehen vor ein paar Jahren auf dem Weg zu einem Kunden, irgendwo zwischen Como und Mailand. Beim Händewaschen entdeckten wir es: Das Hebelchen zur Betätigung des Wasserstrahls sass neckisch am Kopfende des Wasserhahns und nicht wie sonst üblich, unten am Rohr. Dieses Detail faszinierte uns. Endlich tropften die nassen Hände beim Abstellen des Wassers nicht mehr auf den Waschtischrand sondern direkt ins Becken.

Da wir in unserem Studio gerade das Bad renovierten, machten wir uns im Internet auf die Suche nach einer schöneren Armatur mit demselben praktischen Bedienungsmechanismus. Gefunden haben wir sie erst nach Wochen. Und zwar beim italienischen Hersteller MGS, einem Tochterunternehmen der Schweizer Firma COPAMA SA.

Die Badarmatur MB 237 von MGS ist ein schlichtes, gebogenes Rohr. Am Kopfende befindet sich der Mischer zur Regulierung von Wassermenge und Temperatur. Das kleine, dicke Hebelchen liegt schön stabil zwischen den Fingern. Diese Armatur ist ein Archetypus – puristisch und eigenständig. Am besten gefällt sie uns in matt gebürstetem Edelstahl.

Eine weitere Entdeckung in der Kollektion von MGS war für uns die Küchenarmatur Vela aus gebürstetem Edelstahl. Bei diesem Modell biegt sich das Rohr am Ende seines Schwungs nicht ganz bis in die Vertikale, sondern neigt sich leicht nach vorn – ein gestalterischer Akt, der poetisch anmutet. Der Griff des Einhandmischers ist dicker als die oft viel zu feinen Stäbchen anderer Armaturen und liegt deshalb angenehm robust in der Hand.

Für unser Studio haben wir übrigens gleich beide Armaturen bestellt. Noch heute erfreuen sie uns täglich beim Händewaschen. Der heruntergekommenen italienischen Spelunke sei Dank.