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Märkte / Aktien

Irische Schnäppchen finden

Der Aktienmarkt in Dublin bietet dank dem Brexit gute Renditechancen. FuW stellt einige Aktien vor.

Es scheint, als hätte der Wille der Briten, aus der Europäischen Union auszuscheiden, nur einen kleinen Kollateralschaden an der irischen Börse hinterlassen. Zwar brach der Leitindex ISEQ 20 im Anschluss an das Brexit-Votum im Sommer 2016 zwischenzeitlich 14% ein. Heute zeigt sich der Blue-Chip-Index, der die zwanzig grössten irischen Unternehmen umfasst, aber mehr als erholt. Aktuell notiert er rund 5% höher als vor der Abstimmung der Briten.

Das liegt hauptsächlich daran, dass der irische Index – wie auch der Swiss Market Index – von drei Schwergewichten dominiert wird. Es sind nicht mehr  wie vor der Finanzkrise die Banken, die den Ton angeben, sondern die Fluggesellschaft Ryanair (RYA 17.95 1.64%), der Baustoffkonzern CRH (CRH 2795 0.65%) und der Nahrungsmittelhersteller Kerry Group (KRZ 78.89 0.1%). Sie sind im Index zusammen mit 55% gewichtet. Vor allem die hohen Kursgewinne von Ryanair und CRH haben den Index seit dem Brexit-Tief wieder in die Höhe getrieben.

Hausbauer profitieren

Zu den Investoren, die an die irischen Unternehmen glauben, gehört David Robinson. Der Fondsmanager von Dalton SP hat in seinem Europafonds irische Werte übergewichtet. «Der Brexit reicht nicht, um die irische Wirtschaft zu stoppen», sagt er, «die Unternehmen profitieren auch von der wachsenden inländischen Nachfrage.» Zudem hätten sich zahlreiche Werte vom Brexit-bedingten Absturz noch nicht erholt. Grossbritannien sei zweifellos ein wichtiger Handelspartner Irlands. Anleger sollten deshalb auf Unternehmen setzen, die kaum vom Vereinigten Königreich abhängig sind.

Die interessanten Titel findet Robinson ausserhalb des Blue-Chip-Index. Er setzt vor allem auf solche, die vom stetig steigenden Defizit an Wohnungen profitieren. Diese Werte hatten wegen des Brexit am deutlichsten korrigiert. «Jährlich müssten in Irland 25’000 Häuser gebaut werden, um das Bevölkerungswachstum aufzufangen. Derzeit werden aber nur 15’000 erstellt», sagt Robinson. Dies spielt seiner Meinung nach Unternehmen wie dem Hausbauer Cairn Homes in die Karten. Ebenfalls zu seinen Favoriten gehört Dalata Hotel Group, die in Irland und Grossbritannien derzeit vierzig Hotels betreibt.

Vorteil Euro

Andere Geldverwalter setzen lieber auf grössere Valoren. Zu den grössten Positionen von Pioneer-Fondsmanager Andrew Arbuthnott  zählt der schwerste irische Titel Ryanair. «Dies ist keine Wette auf eine Erholung der Irland AG», sagt Arbuthnott. Vielmehr handle es sich um ein paneuropäisches Unternehmen, das sich im internationalen Wettbewerb gut behaupten könne – und in Dublin domiziliert sei. Er setzt deshalb auch auf das zweite irische Schwergewicht, den Baustoffkonzern CRH.

Ein Pluspunkt der irischen Börse für ausländische Investoren ist die Handelswährung Euro. Zum Franken hat sich die Gemeinschaftswährung seit Aufhebung der Untergrenze deutlich stabiler gehalten als das Pfund. Dessen Abwertung seit Juni 2016 hat die Rendite britischer Aktien für Schweizer Anleger deutlich geschmälert.