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Südafrikanischer Präsident tritt zurück

Jacob Zuma beugt sich dem Druck seiner Partei und hat am Mittwochabend seinen Rücktritt erklärt.

(Reuters) Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma beugt sich dem Druck seiner Partei und tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.

Er sei zwar mit der Entscheidung der Parteiführung nicht einverstanden, sagte der 75-Jährige am Mittwochabend in einer halbstündigen Ansprache. «Ich bin aber immer ein diszipliniertes Mitglied des ANC gewesen.»

Es dürfe seinetwegen keine Todesopfer oder eine Spaltung der Partei geben. Gegen Zuma, der als Anti-Apartheid-Kämpfer bekanntwurde und seit 2009 im Amt war, gibt es seit Jahren immer wieder Korruptionsvorwürfe.

Der ANC äusserte sich über die Entscheidung erfreut. Sie gebe dem Volk in Zeiten wirtschaftlicher und sozialer Probleme Gewissheit, sagte der stellvertretende Generalsekretär Jessie Duarte.

Der ANC hatte bereits am Dienstag die Absetzung Zumas beschlossen. Weil er sich am Mittwoch zunächst weigerte abzutreten, kündigte die Partei an, ein Misstrauensantrag gegen ihn im Parlament zu unterstützen. Neuer Präsident soll Cyril Ramaphosa werden, der Zuma im vergangenen Jahr an der Spitze des ANC ablöste.

Bei den Korruptionsvorwürfen geht es unter anderem um ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft während seiner Zeit als Vizepräsident in den 90er Jahren. Für Empörung sorgte auch, dass sein Wohnhaus mit Steuergeldern renoviert wurde. Zudem gab es zahlreiche andere Skandale.

Zugleich stagnierte die Wirtschaft. Südafrika ist hat nach Nigeria die zweitgrösste Volkswirtschaft des Kontinents und Mitglied der G20-Gruppe. Der geplante Wechsel an der Spitze des Schwellenlandes beflügelte am Mittwoch bereits tagsüber die Börse: Die Leitindizes in Johannesburg legten zu. Der Wert der Landeswährung Rand verteuerte sich im Vergleich zum Dollar um mehr als zwei Prozent.

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