Unternehmen / Industrie

Spin-off mindert Sulzers Perspektiven

Analyse | Die geplante Abspaltung Medmix steht vor einer Wachstumsphase, auf der alten Sulzer lasten CO2-intensive Industrien.

Schon vor der Pandemie hatte Sulzer die Verselbständigung ihrer Division Applicator Systems thematisiert. Der Lockdown und die Börsenkorrektur erzwangen dann eine Verzögerung. Doch jetzt macht der Konzern vorwärts und will Applicator Systems im zweiten Semester unter dem Namen Medmix per Spin-off an die Börse bringen. Der dafür benötigte Aktionärsentscheid soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung im dritten Quartal eingeholt werden.

Jeder Sulzer-Aktionär erhält bei der Umsetzung der Transaktion zusätzlich eine Medmix-Aktie. Dadurch wird sich der Börsenwert auf die zwei Unternehmen verteilen. Sulzer geht davon aus, dass die Addition der Börsenwerte der getrennten Gesellschaften höher sein wird, als das Ganze es zuvor war. Die Börse hat bereits entsprechend reagiert, die Titel legen 7% zu.

Healthcare im Fokus

Der Name Medmix entstammt übrigens der kleinsten Akquisition, die Sulzer für Applicator Systems durchgeführt hat. Medmix stellt Applikatoren spezifisch für Gewebe- und Knochenbehandlungen (etwa Dispenser für Knochenzement) her. Als sie 2018 übernommen wurde, zählte sie bloss zwölf Mitarbeiter. Ein Jahr früher kam mit Transcodent ein Hersteller von Dentalapplikatoren dazu. Sein Umsatz betrug damals 17 Mio. €. 2020 wurde der Injektionspenhersteller Haselmeier mit einem Umsatz von 36 Mio. € gekauft.

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