Unternehmen / Industrie

Sulzer-CEO sieht Wachstum in allen Märkten

Frédéric Lalanne sichert die Kontinuität des Industrieunternehmens und legt Anfang April die Zahlen fürs erste Quartal vor.

(AWP) Frédéric Lalanne, der neue CEO von Sulzer (SUN 60.20 +2.91%), blickt zuversichtlich nach vorne. «Das laufende Jahr dürfte volatil bleiben, ich schaue aber sehr positiv auf 2022», sagte er in einem Interview mit AWP. Bereits das erste Quartal ist demnach solide verlaufen. Klar verbessert habe sich etwa das Sentiment im Bereich Energie, Sulzer befinde sich derzeit aber in allen Märkten auf Wachstumskurs.

Weiter erklärte er im Gespräch, wieso das Unternehmen seine Aktivitäten in Russland nicht einstellt: «Wir arbeiten dort weiter, da wir in kritischen Infrastrukturen wie der Wasserversorgung für die Bevölkerung oder der Stromversorgung tätig sind, worauf beispielsweise auch Spitäler angewiesen sind. Wir halten uns überdies genau an die Vorschriften im Zusammenhang mit den Sanktionen.»

Indirekt betroffen sei Sulzer durch sanktionierte Kunden, welche nicht mehr beliefert werden dürfen. Der Grossteil des Geschäfts in Russland laufe aber weiter. Er spürt auch keinen Druck von aussen, sich aus Russland zurückzuziehen. «Als Industriezulieferer arbeiten wir B2B und nicht direkt für Endkunden.»

«Die Grundstimmung im gesamten Energiesektor, also nicht nur Öl und Gas sondern auch Energieerzeugung anderer Art, ist sicherlich viel positiver als noch vor einiger Zeit», meinte er zudem mit Blick auf die hohen Ölpreise. «Für Sulzer sind das gute Perspektiven und wir sind gut positioniert, diese Opportunitäten zu ergreifen.»

Sulzer wird Anfang April die Zahlen für die ersten drei Monate vorlegen. «Ich kann Ende März bestätigen, dass das erste Quartal solide ausgefallen ist», sagte er dazu.

Für das Gesamtjahr 2022 hat Sulzer ein organisches Wachstum des Umsatzes von 2 bis 4% in Aussicht gestellt sowie eine operative Gewinnmarge von knapp 10%. Mittelfristig will Sulzer den Umsatz um 4 bis 6% jährlich steigern sowie eine Gewinnmarge im Bereich von 10 bis 11% erreichen. Die Ziele wurden noch vom Vorgänger von Lalanne ausformuliert.

«Das sind klar auch meine Ziele und wir halten daran fest», so Lalanne. «Russland macht knapp 3% unseres Geschäftes aus und den kleinen Teil, den wir dort allenfalls im laufenden Jahr einbüssen, sollten wir in anderen Märkten kompensieren können.»