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Unternehmen / Industrie

Sulzer macht geschickten Schachzug

Die Winterthurer Industriegruppe erweitert mit geschickter Akquisition ihr Angebot in der der Abwasserbehandlung.

(AWP/FuW/AM) Der Industriekonzern Sulzer (SUN 136.8 -0.36%) kauft die US-amerikanische JWC Environmental LLC hinzu. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Santa Ana, Kalifornien, wird 2017 voraussichtlich einen Umsatz von 82 Mio. $ erzielen, wie Sulzer am Donnerstag mitteilt. Die Akquisition sei eine Verstärkung im Markt für Produkte zur Reduzierung und Entfernung von Feststoffen aus kommunalen, industriellen und gewerblichen Abwässern.

Der um ein erworbenes Steuerguthaben berichtigte Unternehmenswert beträgt 215 Mio. $, respektive 212 Mio. Fr. Er entspreche dabei ungefähr dem Zehnfachen des für 2018 erwarteten Gewinns vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda), was auf eine Ebitda-Marge von rund 25% schliessen lässt. Die Übernahme erweitere Sulzers Angebot für die Abwasserbehandlung um zusätzliche Systeme und verbessere den Zugang zum wichtigen Markt für die Behandlung kommunaler Abwässer in Nordamerika.

JWC Environmental LLC erwirtschafte zwar den weitaus grössten Teil seines Umsatzes in Nordamerika, habe aber auch eine wachsende Präsenz in anderen Teilen der Welt. Es betreibt eine Produktionsstätte an seinem Hauptsitz und drei kleinere Montagestandorte in Burnaby (Kanada), Congleton (Grossbritannien) und Hangzhou (China). Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 230 Mitarbeitende.

Für Sulzer bedeutet der Kauf der hochrentablen JWC eine strategisch geschickte Ergänzung im Abwassergeschäft. Sulzer hatte vor Jahren den Wasser- und Abwasserpumpenbereich durch Akquisitionen aufgebaut, war damit aber anfänglich nur bedingt erfolgreich. In den letzten zwei Jahren gelang dann allerdings eine Stabilisierung der Geschäftsentwicklung und eine Verbesserung der Ertragskraft. Das Wassergeschäft war im Pumpenbereich, der hauptsächlich vom derzeit schwierigen Öl- und Gasmarkt bestimmt wird, zuletzt ein stabilisierender Faktor.

Mit den Abwasservorbehandlungssystemen von JWC kann Sulzer die Stellung im Abwassermarkt stärken. Die Produkte von JWC verhindern, dass Feststoffe in die Pumpen, Mischer und Belüftungsanlagen gelangen und diese verstopfen, was sich gut in Sulzers Angebotspalette einfügen lässt. JWC ist bisher zu 90% auf den US-Markt konzentriert. Mit Sulzers Verkaufsnetz können diese Produkte nun global angeboten werden. Daraus erwartet das Unternehmen «erhebliche Umsatzsynergien».

Zum Umsatz der gesamten Sulzer-Gruppe trägt der Kauf von JWC allerdings bloss etwa 2,5% zu, auf Stufe Ebitda sind es aber immerhin etwa 6%. Die Reaktion der Börse mit einer Kursavance von gut 1% mutet daher eher bescheiden an.

In Zukunft soll JWC denn auch als Teil der Sulzer Division Pumps Equipment weitergeführt werden, wobei der Hauptsitz im kalifornischen Santa Ana verbleibt. Man wolle dabei auch die geografische Expansion von JWC-Produkten und Dienstleistungen in den Märkten EMEA und Asien vorantreiben.

Die Transaktion wird vorbehaltlich behördlicher Zustimmung voraussichtlich im ersten Quartal 2018 abgeschlossen.