Sunrise-Aktien stechen Swisscom dank Dividendenfantasie aus

Der Marktführer dürfte weiterhin 22 Fr. je Aktie ausschütten. Anlegern winken für das laufende Jahr 4,7% Rendite.

Ein stagnierender bis leicht rückläufiger Umsatz und Margendruck sind nicht nur für Swisscom (SCMN 456.50 -2.25%) ein Thema, sondern auch für Sunrise (SRCG 110.00 0%). Während die Aktien des kleineren Rivalen aber in den vergangenen Monaten Auftrieb hatten, litten Swisscom unter regulatorischen bzw. politischen Unsicherheiten (u. a. Service-Public-Initiative) und kritischen Analystenstimmen.

Aktuell spricht sich jeder fünfte Analyst für Swisscom und jeder dritte für Sunrise aus. Während Swisscom seit Jahren stabile 22 Fr. je Aktie Dividende auszahlt, sind die Aussichten auf steigende Ausschüttungen bei Sunrise intakt. Anlegern winken für das laufende Jahr 4,7 bzw. 4,4% Rendite. Die besseren Dividendenaussichten von Sunrise spiegeln sich in einer höheren Bewertung, gemessen am Unternehmenswert zum geschätzten Ebitda für 2017 (7,7 vs. 8,4). Ein Vergleich via Kurs-Gewinn-Verhältnis ist aufgrund der unterschiedlichen Finanzstrukturen weniger sinnvoll. Im Fall von Swisscom fuhren Anleger mit langem Atem gut, die Gesamtrendite plus reinvestierter Dividenden beträgt für zehn Jahre 78%. Wer die Titel seit drei Jahren hält, gewann nur 1,9%.

Vom Umsatz im Privatkundensegment entfällt nach Schätzung der Bank Barclays (BARC 159.34 -2.19%) rund die Hälfte auf Swisscom, den Rest teilen sich Sunrise, Salt, UPC und einige kleine Player. Dieser Wert hat sich in den letzten Jahren kaum bewegt. Doch nun wird der Wettbewerb intensiver. ZKB-Analyst Andreas Müller sieht vor allem Bündelangebote aus Mobiltelefonie, Breitband-Internet, Fernsehen und gegebenenfalls auch Festnetztelefonie im Fokus. Swisscoms im Frühjahr lancierte neue Tarife sieht er nicht zuletzt als Reaktion auf den erwarteten Eintritt von Salt in den Festnetzmarkt.

Gemäss Analysten der Deutschen Bank könnte dies im Herbst geschehen, die Nummer drei im Schweizer Mobilfunkmarkt will demnach zunächst 40% der Bevölkerung in grossen Städten erreichen. Im Mobilfunksegment hat Kabelnetzbetreiber UPC vor wenigen Tagen mit neuen Tarifen für Aufsehen gesorgt. Das Konsumentenportal Verivox sprach von einem «Kampfpreis». Doch grosse Marktanteilsverschiebungen bei Swisscom in den Segmenten Breitband (54% per Ende 2016), Digital-TV (32%) und Mobilfunk (60%) sind unwahrscheinlich. «Die Preiselastizität der Swisscom-Kunden ist nahezu null», sagt Telecomexperte Ralf Beyeler von Verivox. Weitere Tarifanpassungen in diesem Sommer seien nicht zu erwarten. «Die UPC-Konkurrenz dürfte abwarten, wie das Angebot ankommt.»

Die komplette Historie zu Swisscom finden Sie hier. »