«Wer Bambus pflanzt, der pflanzt Wasser», sagt der chinesische Volksmund. Das feine Wurzelgeflecht dieses «verholzenden Riesengrases», so die botanische  Terminologie, ist ein idealer Wasserspeicher: Wo Bambus wächst, steigt der Grundwasserspiegel rasch und auf Dauer. Bambus ist ­anspruchslos – er gedeiht selbst auf nährstoffarmen Böden und verhindert deren Erosion. Und widerstandsfähig – er braucht weder Dünger noch Pestizide. Zudem bindet keine andere Pflanzenart mehr CO2. Er wächst rasend rasch nach, mitunter über einen Meter pro Tag. Eine einzelne Bambuspflanze kann binnen 35 Jahren gegen 15 km verwertbare Bambusstangen erzeugen. Als Nutzpflanze ist Bambus unerreicht: So reiss- und stossfest wie Baustahl, so hart wie Eiche, zugleich leicht und biegsamer als jedes andere Holz. Kein Wunder, sind die Kulturen Chinas, Japans, Indiens usf. eng mit dem Bambus verbunden. Gebäude aus dessen Stangen sind kostengünstig und erdbebensicher, aus ihnen lassen sich Gebrauchs- und Kunstgegenstände jeder Art sägen, schnitzen, weben. Aus dem Zellstoff wird Papier gewonnen, die Schösslinge gehören zur asiatischen Küche. Bloss ob sich dieses Supergras rauchen lässt, ist nicht bekannt.